IBM enttäuscht mit seinem Ausblick

Rückschlag für die IBM-Aktie nach Bekanntgabe der Quartalszahlen. Für langfristig orientierte Anleger ist die Aktie aber einen Blick wert. (Foto: Laborant / shutterstock.com)

Früher galt IBM nahezu als Monopolist, doch in den vergangenen Jahren hat sich der Konzern immer mehr ins Abseits manövriert. Inzwischen haben einige Anleger das Vertrauen in den Wert verloren, dabei ist der Konzern wieder in einigen Wachstumsmärkten recht gut aufgestellt.

Unternehmensportrait

IBM zählt zu einem der weltweit größten Anbieter in den Bereichen Informationstechnologie (Hardware, Software und Services) und e-Business-Lösungen. Dabei beschäftigt der Konzern weltweit knapp 370.000 Personen.

Quartalsergebnis im Rahmen der Erwartungen

Im ersten Quartal konnte IBM mit seinem Ergebnis die Erwartungen der Wall Street halbwegs erfüllen. So wurde ein deutlicher Umsatzanstieg in der Größenordnung von 5% auf 19,1 Mrd. USD (15,4 Mrd. Euro) erzielt. Damit konnte das zweite Quartal hintereinander mit einem Zuwachs der Geschäftstätigkeit abgeschlossen werden. Zwar lastet der Konzernumbau weiterhin auf dem Gewinn – dennoch gab es hier gerade einmal einen Rückgang von 4% auf 1,7 Mrd. USD.

Ausblick enttäuscht aufgenommen

Auf der anderen Seite sorgte der Ausblick von IBM für Ernüchterung: So wird für dieses Jahr ein bereinigter Gewinn in Höhe von mindestens 13,80 Dollar je Aktie in Aussicht gestellt. Marktbeobachter haben hier mit einer deutlich besseren Prognose gerechnet.

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Unternehmen wird neu ausgerichtet

Unterdessen kommt die Neuausrichtung des Unternehmens recht gut voran: Firmenchefin Ginni Rometty, die als eine der wenigen Frauen die Spitzenposition eines amerikanischen Technologiekonzerns innehat, gab die Neuausrichtung vor – hin zu den gewinnträchtigeren Bereichen wie Cloud-Dienste, Datenanalyse-Lösungen und Cybersicherheit.

Damit sollen die Minuszeichen bei den Software- und Computer-Verkäufen kompensiert werden. Mit Erfolg, wie die jetzigen Zahlen belegen: Die neuen „strategischen Wachstumsfelder“ Mobile, Security-Services, Cloud-Computing mit der künstlichen Intelligenz Watson, Datenanalyse und Software machen bereits jetzt 47% des Gesamtumsatzes aus.

Seitwärtsbewegung dürfte vorerst anhalten

Der Blick auf die Charttechnik zeigt in den letzten Wochen eine anhaltende Seitwärtsbewegung. Dabei wird die untere Begrenzung bei rund 140 USD angetroffen – nach oben ist der Weg bis knapp 180 USD offen. Ich gehe davon aus, dass die untere Unterstützungslinie auch weiterhin nicht nachhaltig unterschritten wird – trotz des jüngsten Kursrückschlags in Folge der Quartalszahlen.

Auch wenn die IBM-Aktie sich in den nächsten Monaten nicht als Outperformer mit nachhaltigen Kurssprüngen nach oben präsentieren dürfte, ist der Aktie für den langfristig orientierten konservativen Anleger durchaus einen näheren Blick wert. Die erfolgte „Abstrafung“ nach der Bekanntgabe des Ausblicks erachte ich als übertrieben und gehe daher von einer baldigen Gegenbewegung aus. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 11 und eine Dividendenrendite von knapp 4% sprechen ebenfalls für die Aktie. Mit hohen Kursgewinnen sollten Sie aber – wie bereits erwähnt – so schnell nicht rechnen.


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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.