IBM: IT-Riese kann Umsatzschwund nicht stoppen

An der IBM-Aktie scheiden sich die Geister:

Während auf der einen Seite immer wieder Value-Investoren zum Einstieg trommeln, prophezeien auf der anderen Seite Skeptiker den Untergang des IT-Riesen.

Die Argumente sind immer ähnlich. Die IT-Landschaft hat sich grundlegend geändert.

Die ehemalige Gelddruckmaschine, die IBM mit der Hardware-Sparte und der eigenen Beratungs-Mannschaft an den Start gebracht hat, verliert stetig an Zugkraft.

Zugleich sind die neuen Geschäftsbereiche noch zu schwach, um die Rückgänge auszugleichen.

Umsatzschwund ist nicht zu stoppen

Das belegen auch die jüngsten Zahlen. Denn im Schlussquartal musste der weltgrößte IT-Dienstleister den 19. Umsatz-Rückgang in Folge ausweisen.

Mit 21,7 Mrd. Dollar fuhr der US-Konzern 1,3% weniger ein als im Vorjahres-Quartal. Dennoch konnte der Konzern den Überschuss auf 5,01 Dollar je Aktie steigern (4,5 Mrd. Dollar Gewinn).

Im Gesamtjahr blieben zwar 13,52 Dollar je Anteilsschein an Gewinn hängen, aber Sie müssen bedenken:

Durch den Verkauf von Patenten und Steuer-Rückzahlung waren die Profite um gut 1 Dollar je Aktie verzerrt. Unterm Strich hat IBM also die Erwartungen der Analysten nicht übertreffen können.

25 Mrd. Dollar sind weg

Besonders deutlich wird die Negativ-Entwicklung, wenn Sie sich den längerfristigen Trend ansehen:

Im zurückliegenden Geschäftsjahr lag der Umsatz mit 79,9 Mrd. Dollar immerhin fast 25% unter dem 2011er-Niveau (106,2 Mrd. Dollar Umsatz).

Ein ähnliches Bild finden Sie bei den Gewinnen, die von 15,8 auf 11,9 Mio. Dollar nach unten purzelten.

Transformation geht nur langsam vonstatten

Aber IBM sieht dem veränderten Kundenverhalten nicht tatenlos zu:

Der Konzern will sich vom klassischen Computer-Hersteller zum modernen Anbieter von

  • Cloud-Diensten im Internet,
  • Daten-Analyse,
  • künstlicher Intelligenz
  • und Sicherheits-Software

wandeln. Dass dies gelingen könnte, zeigen Ihnen die aktuellen Zahlen: Immerhin 41% der Gesamt-Erlöse (33 Mrd. Dollar) erwirtschaftet der IT-Gigant mit diesen Diensten.

Das einzige Problem: Die neuen Geschäftsbereiche wachsen nicht stark genug, um dir Rückgänge im traditionellen Geschäft auszugleichen.

Innovation steht an 1. Stelle

Mangelnden Einsatz kann man dem als Big Blue bezeichneten Megakonzern aber nicht vorwerfen.

Alleine im vergangenen Jahr hat IBM über 8.000 Patente erteilt bekommen. Damit lag das Technologie-Unternehmen zum 24. Mal in Folge auf dem 1. Rang.

Die Palette der abgedeckten Erfindungen reicht von Künstlicher Intelligenz über kognitive Gesundheits-Lösungen und Cloud bis hin zu Netzwerk-Sicherheit.

Watson soll es richten

Einen besonderen Beitrag soll in Zukunft der Supercomputer Watson leisten. Der mit selbstlernender Intelligenz ausgestatte Computer kommt beispielsweise in der Krebsdiagnose zum Einsatz.

Bevor Watson die Ärzte unterstützen konnte, wurde er mit 18 Mio. Dokumenten gefüttert. Watson lernte die Fachsprache und optimierte seine Diagnosen.

Die ersten Tests waren grandios, denn Watson entdeckte mehr als die Ärzte und hat in fast 1/3 der Fälle weitere Behandlungs-Methoden gefunden.

Warren Buffett hält an seiner Position fest

Ob die Umstellung des Geschäftsmodells schnell gelingt und ähnlich hohe Renditen wie das ehemalige Kerngeschäft abwirft, wird sich erst noch zeigen müssen.

Warren Buffett glaubt offenbar an den Konzern. Immerhin hält die Investment-Legende 8,54% aller IBM-Aktien. Damit ist die Aktie des IT-Riesen die viertgrößte Position in seinem Portfolio.

Mit dem Timing und der bisherigen Performance wird Buffett aber wohl nicht zufrieden sein:

Bereits im 2. Quartal 2011 kaufte er die ersten Aktien. Knapp 6 Jahre später hat die Aktie immer noch nicht seinen durchschnittlichen Einstands-Preis von 172,31 Dollar erreicht.

23. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Rene König. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt