IBM sorgt für einen Rückschlag

Nach den zuletzt sehr starken Quartalszahlen aus dem Technologiebereich sorgte IBM in der Nacht für einen Rückschlag: Die Zahlen von „Big Blue“ können Anleger und Analysten nicht überzeugen.

Die IBM-Aktie dürfte somit zumindest kurzfristig den Rückwärtsgang einlegen, was langfristig orientierten Investoren jedoch eine günstige Einstiegsgelegenheit bieten könnte.

Umsatzprognose verfehlt, Gewinnprognose übertroffen

Mit einem Quartalsumsatz von 20,81 Mrd. US-Dollar schaffte es IBM nicht ganz an die prognostizierten 20,95 Mrd. US-Dollar heran. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 24 Mrd. US-Dollar Umsatz gewesen, allerdings hat sich der Konzern in der Zwischenzeit von Geschäftsbereichen getrennt.

Immerhin: Beim Gewinn von 3,84 US-Dollar pro Aktie konnte IBM die Erwartungen von 3,78 US-Dollar schlagen. Allerdings half dies der IBM-Aktie im nachbörslichen Handel nichts, hier ging es über 4% abwärts.

Von Hardware zur Cloud

„Die Ergebnisse zeigen, dass wir uns weiter im Wandel befinden“, kommentierte IBM-Chefin Ginni Rometty. IBM versucht bereits seit Jahren vom angestammten Hardware-Geschäft weg zu kommen und sich zu einem modernen Cloud Computing-Dienstleister zu entwickeln.

Dies belegen auch die Umsatzveränderungen der verschiedenen Konzernsparten: Während die Umsätze mit Hardware um ein Drittel zurückgingen, zogen die Erlöse mit Cloud-Diensten um rund die Hälfte an.

IBM hat die richtige Strategie

Aus meiner Sicht verfolgt IBM die richtige Strategie: Nämlich unterachtet von Umsatz- und Gewinneinbußen margenschwache Geschäftsbereiche zu veräußern und in zukunftsfähige Bereiche wie Cloud-Dienstleistungen zu investieren.

Die einzige Kritik, die sich IBM gefallen lassen muss, ist diese Neuausrichtung nicht schon ein bis zwei Jahre früher begonnen zu haben. Dann würden die aktuellen Zahlen wahrscheinlich besser sein. Aber aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben. Letztlich wird der Branchengigant IBM im wachstumsstarken Cloud-Markt eine bedeutende Rolle spielen.

IBM ist auch nach 104 Jahren noch der Patentkönig

Und noch etwas spricht für den Konzern: IBM steht trotz seines Alters (Gründung 1911) auch heute noch für Innovationen. Und das aus gutem Grund, investiert der Konzern doch jedes Jahr über 6 Mrd. US-Dollar in Forschung und Entwicklung. Mit Erfolg: IBM hat in den vergangenen Jahren in den USA so viele Patente wie kein anderes Unternehmen angemeldet.

Die Forschungsgebiete sind vielfältig: So zählt IBM neben seinen Kerngeschäften auch in den Bereichen künstlicher Intelligenz, Nanotechnologie und Miniaturisierung zu den führenden Unternehmen der Welt.

Aktie kurzfristig runter, langfristig rauf?

Kurzfristig dürften die Quartalszahlen die IBM-Aktie unter Druck setzen. Möglicherweise werden die Zahlen auch noch einige weitere Quartale unbefriedigend ausfallen.

Aber sobald sich eine Trendwende andeutet, werden die Anleger hier wieder zugreifen. Für langfristige Anleger bedeutet dies eine günstige Einstiegsgelegenheit. Denn mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp über 10 ist die Aktie auffallend niedrig bewertet.

21. Juli 2015

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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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