Ignorieren Sie die Börse

Mit „volatil und trendlos“, kommentiert unser Optionen-Profi Rainer Heißmann den DAX 30 treffend. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Im Mai konnten Sie im DAX 30 eine tägliche Schwankungsbreite von 100 bis 200 Punkten sehen. 100 Punkte sind normal, 200 Punkte und mehr sind keine Besonderheit.

Dabei fällt der DAX 30 nicht weit unter die 5-stellige Notierung von 10.000 Punkten. Er kann sich aber auch nicht oberhalb davon stabilisieren oder – besser noch – nach oben von dieser runden Marke absetzen. Sie erleben einen zähen Kampf um diesen Kursbereich.

Am besten sehen Sie einfach nicht hin. Der DAX 30 notiert mit 10.000 Punkten? Nett – aber ein paar Stunden später desselben Tages sind es wieder 9.800 Punkte. Und am anderen Tag läuft es so ähnlich. Es lohnt nicht, irgendwelche kurzfristigen Trends daraus ablesen zu wollen.

Den Kursverlauf des DAX 30 seit Anfang Mai 2016 sehen Sie im folgenden Chart:

DAX 30: Kurzfristig volatil und trendlos

DAX-Index_2016_05_24

Chart wurde erstellt mit tradesignal

In diesem Chart des DAX 30 für Mai 2016 zeigt jeder senkrechte Balken die Kursbandbreite eines Tages. Die kleine waagerechte Linie links zeigt Ihnen den Eröffnungskurs des Tages. Die kleine waagerechte Linie rechts steht für den Schlusskurs des Tages. Der Balken ist rot, wenn es im Ergebnis des Tages ein Minus gab und er ist schwarz, wenn ein Kursplus zu verzeichnen war.

Und?

Was erkennen Sie?

Nichts?

Dann sind Sie in guter Gesellschaft. Ich ziehe auch keine Erkenntnisse daraus. Wenn denn überhaupt, steht es gleich oben in den ersten Zeilen dieses Kommentars: Es ist ein trendloses und volatiles (schwankungsreiches) Auf und Ab der Kurse.

Meine Empfehlung: Nicht hinsehen

Und warum schreibe ich Ihnen diese Zeilen, wenn ich auch nur ein „Nichts“ erkenne?

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Das hat 2 Gründe:

  1. Börse ist kein Wunschkonzert

Die Börse macht nun einmal nichts, was Sie und ich wollen. Dabei würde ich der Börse sogar großzügig die Wahl lassen. Während sich der Aktionär steigende Aktienkurse wünschen würde, gäbe ich der Börse die Auswahl:

Die Kurse könnten steigen oder fallen, aber sie sollten einen Trend ausbilden. Den könnten wir Optionen-Trader dann mit Calls für steigende Märkte und Puts für fallende Märkte nutzen. Aber trotz dieses Gestaltungsfreiheit, die ich der Börse großzügig zugestehe, macht sie nicht was ich will. Nun denn:

  1. Ignorieren Sie die Börse (kurzfristig)

Wir können die Börse zwar nicht ändern, wir können sie aber ignorieren. Auch als Börsianer. Einmal die Woche hinschauen reicht, es passiert sowieso nichts. Und wenn doch, schreibe ich es Ihnen an dieser Stelle.

Zum guten Schluss: Heute vor 75 Jahren, also am 24.05.1941, kam der US-amerikanische Folk- und Rockmusiker, Dichter und Maler Robert Allen Zimmerman zur Welt. In einem seiner bekanntesten Hits singt er:

„The answer is blowin’ in the wind“ (Die Antwort weht im Wind)

Wenn Ihnen der Name „Robert Allen Zimmerman“ nichts sagt, kennen Sie ihn vermutlich unter seinem Künstlernamen: Bob Dylan. Der wird heute 75 Jahre alt.

Die Antwort, wann es an der Börse wieder einen (Aufwärts-)Trend gibt, weiß auch nur der Wind, passend zum Hit des Jubilars.

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

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Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.