Ihr Chartcheck: DAX in 3 Zeitfenstern analysiert

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

Trendfolger oder Oszillator? Das Spiel mit den Indikatoren geht in eine neue Runde. Sie sehen, welche Zeitfenster zum jeweiligen Indikator am besten passen. (Foto: Deutsche Börse AG)

Alle Welt wartet darauf, wann die US-Indizes endlich eine Verschnaufpause einlegen. In dieser Woche könnte es soweit sein. Spreche ich davon, dass das Altzeithoch vorerst nicht mehr getoppt wird? Nein. Aber ein oder zwei Tage Luft holen, würden den Indizes ganz gut tun, bevor die Rallye weiter geht.

Der DAX lässt sich davon natürlich nichts anmerken. Während der Dow Jones um 600 Punkte stieg, fiel der DAX um 300. Das ist schon ein kleines Kunstwerk. Liegt aber in erster Linie an den Schwergewichten im DAX à la BASF, Daimler, SAP & Co. die alle nicht mit Stärke glänzen und teilweise Gewinnwarnungen herausgegeben hatten.

Grund genug, dass Sie einmal den Blick auf das große Ganze werfen! Wie sieht der DAX in den unterschiedlichen Zeitebenen aus und was können wir daraus für die Zukunft deuten?

DAX im Monatschart

Hier sehen Sie den Verlauf seit 2011. Seit der Finanzkrise hat der DAX sich in etwa verdoppelt. Die aktuelle Monatskerze zeigt uns das Jahreshoch.

Unter dem Chart sehen Sie die Indikatoren MACD und den Slow Stochastic. Der MACD ist auf Monatssicht gerade dabei ein klassisches Kaufsignal zu generieren. Wenn die blaue Linie die dunkle nach oben kreuzt. Auf Monatssicht ist das natürlich immer sehr verzögert. Die moderne Sichtweite hat bereits Ende Januar/Februar ein Signal gegeben, nämlich dann, als die Kerzen im MACD zwei Monate in Folge kleiner wurden.

Aktuell ist es laut MACD also spannend, ob wir hier wirklich ein Kaufsignal bekommen, oder ob die Monatskerze deutlich nach unten zeigt.

Der SSTOCH als zweiter Indikator ist im Gegensatz zum trendfolgenden MACD ein Oszillator und hilft eher bei Seitwärtsphasen. Hier sind wir schon auf Monatssicht fast im überkauften Bereich. Das hat uns aber in der Vergangenheit – wie Sie im Chart sehen können – auch nicht gehindert, weiter zu steigen. Da hatte der MACD mehr Recht! Gerade im Jahr 2017 war der SSTOCH etwa ein Jahr zu früh dran. Der grobe Abverkauf kam erst ein Jahr später, nachdem der Indikator das angekündigt hatte.

Auf Monatssicht befindet sich der DAX also gerade zwischen zwei Stühlen. Wenn es weiter nach oben geht, macht der MACD den Weg frei für viel größere Anstiege. Kommt aber jetzt der Rückfall, ist es Zeit die Gewinne mitzunehmen.

DAX im Wochenchart

Hier sehen Sie den Ausschnitt ab Ende 2015. Sieht ein bisschen nach einer großen Seitwärtsphase aus, was der DAX hier fabriziert. Vor allem, wenn er bald keine neuen Allzeithochs macht.

Was sagen die Indikatoren? Der MACD ist aus moderner Sicht bereits bei einem Verkaufssignal auf Wochensicht. Für ein klassisches Signal müssen sich die beiden Linien wieder kreuzen und nach unten drehen.

Der SSTOCH ist offenbar im Wochenchart wesentlich erfolgreich als im Monatschart. Kurzfristig – auf Sicht mehrerer Wochen – zeigt er Wendepunkte recht gut an. Demnach steigen die Chancen, dass es auf Wochensicht erst einmal wieder abwärts gehen kann.

DAX im Tageschart

Hier sehen Sie den Verlauf von fast einem Jahr. Wir sind aktuell ungefähr dort, wo wir vor 12 Monaten standen. Wenn wir uns das Tief zum Jahreswechsel anschauen, ist es allerdings sehr beeindruckend, wie stark der DAX zurückkommen konnte!

Der MACD ist auf Tagessicht negativ gestimmt. Bereits vor über einer Woche kamen die ersten Signale, dass es nach Süden gehen kann. Dem ist jetzt auch die klassische Methode gefolgt. Für eine Trendwende brauchen wir zwei kleinere MACD-Kerzen hintereinander.

Der SSTOCH ist auch im Tageschart für kurze Trading-Ideen nutzbar. Die großen Wendepunkte verpasst er aber regelmäßig bzw. gibt er davor reichlich Fehlsignale. Das Jahreshoch war beim SSTOCH selbst nicht sonderlich hoch. Dafür zeichnete der Indikator bereits einmal im Februar und zweimal im April Einstiege für einen Short. Im Februar war das komplett falsch, im April hatte er einmal mit Verzögerung Recht.

Aus Sicht des SSTOCH kann es demnächst zu einer Gegenbewegung im DAX kommen. Das bedeutet für Sie: Es besteht die Möglichkeit für einige positive Tage. Der MACD ist da aber noch anderer Meinung. Als Trendfolger ist das ja auch verständlich. So, wie der DAX momentan auf der Stelle hüpft, sollte der Oszillator auch mehr das Sagen haben.

Fazit

Nicht jeder Indikator wird Ihnen in jeder Zeitebene helfen. Achten Sie bei den Kursen immer darauf, ob Sie einen Trendfolger oder einen Oszillator verwenden sollten. Übergeordnet machen Trends mehr Sinn, während in Seitwärtsphasen im kurzfristigen Zeitfenster der Oszillator eher gewinnt.

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Dax30 – Mein Plan nimmt Form an!Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe des John Gossens Daily Dax. Täglich analysiere ich zwei Mal für Sie die internationalen Aktienmärkte. Morgens starten wir immer mit dem Blick auf den… › mehr lesen


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.