Ihre Aktien-Favoriten für das 2. Halbjahr

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Meine Performance-Auswertung der ersten 6 Monate gibt Ihnen Aufschluss über die Top-Investments für den Rest des Jahres. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Mit Ablauf dieser Handelswoche endet bereits die 1. Hälfte des laufenden Börsenjahres 2018. Meine Güte: Wie schnell doch die Zeit vergeht!

Für mich ein willkommener Anlass, doch einmal auf die Entwicklung der Aktien-Indizes im bisherigen Jahresverlauf zu schauen. Das ist nicht verfrüht:

Denn wie Sie gleich selbst erkennen werden, dürfte sich in den Endresultaten auch nicht mehr allzu viel verändern. Und wir wollen schauen, welche Schlüsse Sie daraus für Ihre eigenen Investments ziehen können.

Die besten Investments im 1. Halbjahr

In einer Auswertung von insgesamt 80 internationalen Indizes in meiner Datenbank stechen die folgenden 4 Punkte sofort ins Auge:

  1. Unter den Top-6 dieser Auswertung befinden sich gleich 4 US-Indizes (Nasdaq 100, Nasdaq Composite, S&P 600 SmallCap, Russell 2000 Index)!
  2. 5 dieser 6 Indizes mit der bislang besten Performance bilden entweder die Kursentwicklung von Technologieaktien (Nasdaq 100, Nasdaq Composite, TecDAX) oder von Nebenwerten S&P 600 SmallCap, Russell 2000 Index) ab.
  3. Die Zuwächse dieser Indizes liegen mit einer Bandbreite von +12,5% (Nasdaq 100) bis +10,0% (Russell 2000 Index) ungewöhnlich eng beieinander.
  4. Unter den 11 Indizes mit der schlechtesten Performance (-8,4% bis -17,4%) finden sich gleich 6 China-Indizes!

Erste Erkenntnisse

Uff: Das sind schon einmal interessante erste Erkenntnisse!

China-Aktien waren definitiv ein schlechtes Investment. Und auch Standardwerte, wie die Titel aus dem DAX oder dem Dow Jones, waren nicht gerade lohnenswert.

Dafür erwiesen sich Tech-Werte und SmallCaps als die „Renner“: Das hatten viele „Aktien-Experten“ nach den schon guten Ergebnissen dieser Sektoren im Vorjahr so nicht auf dem Radar.

Nehmen Sie nun noch den Punkt hinzu, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar im bisherigen Jahresverlauf fast -3% verloren hat (gemessen vom Top am 16. Februar bei 1,2556 waren es sogar -7,2%):

Da Sie als Euro- oder Schweizer Franken-Anleger bei einem starken US-Dollar bzw. schwachen Euro / Franken zusätzliche Währungsgewinne einfahren, waren amerikanische Technologieaktien und Nebenwerte der „Place to be“ (der Ort, an dem Sie hätten investiert sein sollen).

DAX bildet das Schlusslicht im 1. Halbjahr

Diese Sicht bestätigen auch die folgenden beiden Grafiken, die ich für Sie vorbereitet habe. Der erste Chart zeigt Ihnen einen Vergleich zwischen dem DAX und 5 wichtigen US-Indizes seit Jahresanfang:

Index-Vergleich 2018: DAX bildet das Schlusslicht im 1. Halbjahr

Das Bild ist eindeutig: Der DAX bildet mit einem Minus von fast -3% das Schlusslicht im 1. Halbjahr. Tech- und Nebenwerte marschieren mit großem Abstand voran.

Vergleichen Sie 2 Märkte mit Hilfe des Spreads

Die nächste Grafik wird Ihnen deutlich machen, dass sich an dieser Rangordnung auch so schnell nichts ändern wird:

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

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Spread: Dow Jones läuft dem DAX einmal mehr davon

Der obere Teil des Charts zeigt einen Vergleich zwischen dem Dow Jones und dem DAX. Nicht immer ist es so klar abzulesen, wer hier gerade die Nase vorn hat.

Daher empfehle ich bei einem Vergleich von 2 Märkten die Zuhilfenahme eines Spreads: In unserem Beispiel wird dazu der Dow Jones durch den DAX dividiert und das Zwischenergebnis mit 100 multipliziert.

„Relativitätstheorie“

Die börsentägliche Fortschreibung dieser Berechnungen ergibt die Verlaufskurve des Spreads. In diesem Falle zeigt Ihnen ein ansteigender Indikator, dass der Dow Jones sich zum DAX relativ besser entwickelt.

Da die Formulierung gerne mal missverstanden wird: Auch wenn ein Markt weniger kräftig sinkt, als der andere, bewegt er sich „relativ besser“.

US-Aktien haben und behalten die Nase vorn

Zurück zum Spread: Sie sehen seit dem Herbst 2011 einen abwärts gerichteten Trend-Kanal. Das bedeutet, dass sich der DAX bis zum Frühjahr 2016 tendenziell besser entwickelt hatte.

Doch dieses Verhältnis hat sich seither umgekehrt: Inzwischen hat der Spread einen Aufwärtstrend-Kanal ausgebildet. Das heißt: Seit dem 2. Quartal 2015 entwickelt sich der US-Leitindex tendenziell besser als der DAX.

Der gelbe Kreis wiederum verdeutlicht, dass der Dow Jones nach eine kurzen Pause im März und April seit Mai wieder die Führung übernommen hat. Die Outperformance der Wall Street gegenüber deutschen Aktien wird demnach andauern.

Sorgen der Marktteilnehmer (zumindest für die Wall Street) unbegründet

Schon am Donnerstag hatte ich Ihnen geschrieben, dass die gute Entwicklung der US-Technologieaktien und -Nebenwerte Ihnen signalisiert, dass die Marktteilnehmer derzeit durchaus risikoreichere Aktien-Investments bevorzugen.

Das tun Investoren immer dann, wenn sie positive Erwartungen an die weitere Aktienmarkt-Entwicklung knüpfen. Die Sorgen um eine Eskalation der Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und dem Rest der Welt sind demnach aus aktueller Sicht unbegründet.

Das gilt zumindest für die Wall Street!

Fazit

US-Aktien waren im 1. Halbjahr 2018 einmal mehr der „Place to be“. Besonders gute Investments stellten dabei die Technologieaktien und die SmallCaps mit Zuwächsen von durchschnittlich +10% dar.

Die Gewinne mit diesen Sektoren wurden noch einmal begünstigt durch den Rückgang des Euro gegenüber dem US-Dollar: Dies bescherte Ihnen zusätzliche Währungsgewinne in Höhe von fast +3%.

Der Spread zwischen Dow Jones und DAX signalisiert Ihnen, dass US-Aktien weiterhin „en vogué“ bleiben werden. Und da Trends meist länger andauern, werden amerikanische Technologieaktien und SmallCaps auch im 2. Halbjahr 2018 die Investments mit dem höchsten Gewinnpotenzial darstellen.


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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.