Ihre DAX-Vorschau: Auf den 12.000 Punkten ins Wochenende

DAX Logo RED_shutterstock_1027543759_Pavel Ignatov

DAX mit leicht bullischer Wochenkerze. Keine neuen Hochs im DAX waren vor neuen Verkäufen. Nächste Woche startet die US-Berichtssaison. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Der Plan ging auf. Der DAX nahm Anlauf und erreichte heute noch einmal die 12.000 Punkte. Jetzt ist es sehr spannend, wie es weiter geht. Beide Richtungen sind möglich. Vor allem, weil der DAX heute nahezu auf der 12.000er Marke die Woche beendet.

Hätten wir heute schon die 12.130 erreicht, könnten wir weiter Richtung 12.300 planen. Doch soweit sind die Bullen nicht gekommen. Allerdings hat auf der Unterseite auch die 11.850 bombenfest gehalten.

Insofern geht das Spiel nächste Woche bei Null los. Sehen wir noch einmal einen Anstieg Richtung 12.130 oder startet sofort der Abverkauf und wir haben das Jahreshoch schon gesehen?

DAX-Chart zeigt den umkämpften Bereich

Im folgenden Wochenchart sehen Sie, wie hart umkämpft die 12.000 ist. Rund 200 Punkte auf der Ober- und Unterseite sind Spielraum, aber danach wird es ernst.

Theoretisch kann der DAX noch so eine Woche wie diese anhängen. In diesem Korridor hat er etwas Luft, um sich zu bewegen. Vielleicht fällt die tatsächliche Entscheidung erst am kommenden Freitag. Dann haben wir wieder einen Verfallstag.

DAX Logo RED_shutterstock_1027543759_Pavel Ignatov

Insel trickst Anleger aus: Kurze ZwischenerholungDer DAX ist im Abwärtstrend und baut plötzlich ein Island-Gap mit bullischen Impulsen. War das ein Schluckauf oder steckt mehr dahinter? Die DAX-Route der Woche. › mehr lesen

Derzeit deuten übrigens die offenen Positionen vor dem Verfall an, dass der DAX idealerweise im Bereich um 11.500 Punkte abrechnen müsste. Da wären die meisten Optionen außerhalb des Geldes und würden wertlos verfallen. Für die Stillhalter ist das demnach der perfekte Bereich. Doch das würde für uns wiederum bedeuten, dass der DAX in der kommenden Woche 500 Punkte verliert. Danach sieht es momentan wirklich nicht aus.

Vielleicht bräuchten wir dafür noch etwas politischen Geschmack. Das Thema Brexit kann vermutlich jederzeit für einen Kurzschluss sorgen. Auch wenn wir jetzt erst einmal bis Halloween offiziell Ruhe haben.

Die US-Berichtssaison: Negativ wie lange nicht?

Wir starten jetzt in die Berichtssaison der US-Unternehmen. Das kann den DAX auch nach unten ziehen. Schließlich arbeiten die Firmen in den USA mit den deutschen Unternehmen zusammen. Was erschwerend hinzu kommt: Wir sind jetzt schon mitten in der Blackout-Period, also in der Zeit, wenn die US-Unternehmen nicht mehr ihre eigenen Aktien nachkaufen dürfen. Der Anteil der Firmen, die nicht mehr kaufen dürfen, wächst von Tag zu Tag.

Der Knackpunkt: Die Rallye seit Anfang des Jahres beruht zu einem großen Teil auf diesen Rückkaufprogrammen. Die großen Fonds sind noch nicht investiert. Dazu erwarten die Analysten eine extrem schwache Berichtssaison. Hier ist also genügend Sprengstoff enthalten, um die Kurse bis Ende April nach unten einbrechen zu lassen.

Der S&P 500 ist jedoch schon wieder kurz vor einem neuen Allzeithoch. Auch der NASDAQ zeigt Stärke. Lediglich der Russell 2000 – dort wird der Mittelstand gelistet – scheitert aktuell regelmäßig an der 200-Tagelinie. Und dieser Index wird gerne als Vorreiter gesehen.

Fazit:

Sie merken es: Wir könnten aktuell eine Münze werfen, was nächste Woche passiert. Alles ist möglich. Aber auch gar nichts – falls wir einfach weiterhin auf der Stelle treten. Am besten gehen Sie auf die Seitenlinie und warten auf eindeutige Signale. Jetzt kann man sich fast nur die Finger verbrennen.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.