Ihre Erwartungshaltung ist entscheidend für Ihren Börsenerfolg

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Warum die meisten Anleger falsche Vorstellungen von der Börse haben – Lernen Sie Schwankungen und Durststrecken für langfristige Erfolge einzukalkulieren. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Mir ist sehr wichtig, dass Sie nicht nur kurzfristige Erfolge haben, wenn die Börse steigt und die Flut alle Boote hebt, sondern dass Sie nachhaltig und langfristig zu den Gewinnern an der Börse gehören.

Die meisten Anleger haben falsche Vorstellungen von der Börse

Eine Hauptursache, warum viele Anleger an der Börse Geld verlieren, liegt in einer fehlerhaften Erwartungshaltung. In der Regel unterschätzen Anleger die Schwankungen und Durststrecken, die sich entlang des Wegs zu einer herausragenden Performance nicht vermeiden lassen. Wenn ein Anleger oder Trader beispielsweise am Jahresende +30 % Gewinn anpeilt, kalkuliert er möglicherweise mit ca. +2 % Monatsrendite.

Er wird im Geiste immer wieder abgleichen, ob er bei seiner „Wunschperformance“ im Soll liegt oder nicht. Wenn mal zwei, drei Monate nichts voran geht oder es sogar einen Rücksetzer gibt, kann es sein, dass er nervös wird oder gar aufgibt. Dabei ist das völlig normal. Die Börse geht zwei oder drei Schritte vor und dann einen oder zwei zurück.

Zwischen stärkeren Anstiegsphasen liegen immer wieder Flauten oder kleine Rückgänge, die durchaus auch mal zwei bis vier Monate andauern können. Für viele Anleger fühlt sich das wie eine sehr lange Zeit der Geduld an und nicht wenige verlieren selbige. Die Unstetigkeit der Börse frustriert nämlich immer genau so viele Anleger wie notwendig, damit die Hälfte der Anleger Fehlentscheidungen trifft und die andere Hälfte richtig liegen kann.

Durststrecken und kleine Rücksetzer gehören dazu

Wenn ein Anleger fälschlicherweise von einer relativ stetigen Performance ausgeht oder innerhalb weniger Wochen ein bestimmtes Performanceziel erwartet, so fällt es ihm bereits schwer, normale Rücksetzer oder kleine Durststrecken, die es bei jeder noch so guten Anlagemethode gibt, diszipliniert durchzuhalten. Entweder er überhöht das Risiko durch riskante Aktionen oder er steigt aus und wendet sich – natürlich mit derselben unrealistischen Erwartungshaltung – der nächsten noch mehr Gewinn versprechenden Methode zu.

Er wird damit langfristig jedoch keinen Erfolg haben, denn das eigentliche Problem liegt im Kopf des Traders. Ihr Schlüssel zum Erfolg ist es, Ihre Erwartungshaltung und Handelsfrequenz an die Wellenbewegungen des Marktes anzupassen. Dann werden Sie diese Herausforderung der Börse zukünftig mit Bravour meistern.

Die Musik spielt an der Börse nur in kurzen Zeiträumen

Der sehr stetige Aufwärtstrend des Börsenjahres 2017 war eher eine Ausnahme: Mehr als zwei Drittel der Zeit befinden sich Börsen in Seitwärtsbewegungen oder Korrekturen. D.h., die eigentlichen Anstiege finden in maximal einem Drittel der Zeit statt. Aufs Jahr gerechnet sind das in der Regel gerade mal ca. 15 – 17 Wochen (!) in denen die Musik spielt.

In diesen Wochen müssen Sie möglichst immer investiert sein, wenn Sie den Markt schlagen möchten. Viele Privatanleger werfen jedoch bei der erstbesten Korrekturbewegung das Handtuch und steigen erst wieder ein, wenn der Irrtum erkannt ist und die Kurse höher sind. Arbeiten Sie lieber bei Einzelpositionen mit Stopps, so wie ich es Ihnen vergangene Woche beschrieben habe.

Durch eine stetige und vor allem konsequente Risiko-Minimierung bei Einzelwerten machen Sie auch dann keine entscheidenden Fehler, wenn der Markt seitwärts oder abwärts läuft. Und nur darauf kommt es an. Immer dann, wenn sich die Märkte im Aufwärtsmodus befinden, werden Sie so fast automatisch Gewinne erzielen. Die Bedingungen für weitere Börsenanstiege sind mittel- wie langfristig nach wie vor glänzend.


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Von: Maximilian Ritter. Über den Autor

Schon seit seiner Jugend interessiert sich Maximilian Ritter für das Börsengeschehen. In seinem Dienst "Aktien-Timing-System" setzt er auf eine verfeinerte CANSLIM-Methode, mit der sich eine 30%ige Rendite im Jahr erwirtschaften lässt.