Ihre große DAX-Analyse: 13.000 Punkte und jetzt?

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Wenn der DAX die aktuelle Trendlinie wieder nach unten durchbricht, wäre er wieder im Kanal, den wir im September starteten. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Momentan lohnt es sich fast ohne Stopps zu traden. Der DAX kommt sowieso immer wieder in die gewünschte Richtung. So scheint es zumindest aktuell. Egal, welche Trendlinien er durchbricht, er kommt immer wieder an den Ursprung. Ein ewiger Kreislauf in der Seitwärtsphase.

DAX im 2-Stundenchart

Hier sehen Sie die Trendlinien, die den DAX derzeit beherrschen. Wobei, so viel Kraft haben sie auch nicht. Vielleicht eher Anziehungskraft. Wenn der DAX die aktuelle Trendlinie nach unten durchbricht, wäre er schon wieder im Kanal, den wir im September starteten.

Das ließe sich auch traden, so ist es ja nicht. Doch Sie sehen vermutlich auch, dass wir uns wieder einem Kreuz nähern. Zwei Trendlinien schneiden sich am Freitag. Schauen wir einmal, ob wir dann genau den Schnittpunkt mit den Kursen auch treffen. Der liegt übrigens bei 12.915 Punkten. Ist also durchaus erreichbar für die Bären.

DAX-Reformation im Anmarsch

Hier wird einfach ordentlich durchgelüftet. Laut Plänen der Deutschen Börse, sollen nicht mehr 30 Unternehmen im DAX gelistet sein. Man wolle auf 40 Stück aufstocken! Dazu gibt es noch strengere Auflagen für alle DAX-Unternehmen.

Ob es dann keine Wirecard im Deutschen Aktienindex gegeben hätte? Wer weiß. Auf jeden Fall ist man seitens der Deutschen Börse sichtlich bemüht, das Image aufzuhübschen. Wirecard war nun einmal auch mehr als peinlich.

So stürzen sich die neuen Kriterien auch gleich auf die Fehler, die die Börse mit Wirecard machte. Ab sofort müssten dann Unternehmen den DAX verlassen, wenn Sie Ihre Zahlen nicht fristgerecht auf den Tisch legen.

Es sollen auch nur noch profitable Unternehmen aufgenommen werden. Dass wir solch eine Regelung überhaupt brauchen, ist ein Zeichen der Zeit. In den USA gibt es so einige Luftnummern, die Millardenbewertungen haben, aber nichts verdienen.

Wobei, so weit müssen wir gar nicht schauen. Wer kam nach Wirecard in den DAX? Delivery Hero! Ein Unternehmen, das auch noch keine schwarzen Zahlen schreibt, aber schnell die Bilanzfälscher von Wirecard ersetzen sollte. Delivery Hero ist jetzt drinnen. Nach den neu geplanten Regelungen, hätten sie erst einmal keine Chance mehr. Wer aber im DAX drinnen ist, der darf auch erst einmal bleiben. Zumindest in diesem Fall. Berichte muss Delivery Hero auch pünktlich vorlegen.

Keine Waffenlobby mehr im DAX

Na ja, wenigstens nicht mehr so offensichtlich. Wer mehr als 10 Prozent Umsatz mit umstrittenen Geschäften macht, hat im DAX dann auch nichts mehr zu suchen. Dazu zählen auch Waffen. Ob hier wirklich ein Unternehmen ausscheiden muss, wage ich zu bezweifeln. Die 10 Prozent Hürde wird nicht aus Versehen so hoch gewählt worden sein.

Rechnungen sollen außerdem von einem Ausschuss des Aufsichtsrats kontrolliert werden. Diese Spielregel gelte dann nicht nur für den DAX, sondern auch für MDAX, TecDAX und SDAX.

DAX 30 wird zu DAX 40

Bis zum 4. November wird darüber beraten, ob die geplanten Änderungen wirklich in Kraft treten sollen. Für 10 Unternehmen würde das einen Umzug in den DAX bedeuten, wenn es denn so kommt. Ob sich der DAX dadurch dann anders bewegen oder leichter zu handeln sein wird, das kann niemand vorhersagen. Entscheidend ist dabei dann auch, was mit dem Schwergewichten wie SAP passiert, die in der Regel den DAX lenken. Als Wirecard abstürzte, macht der DAX sogar an einem Tag ein Plus. So gering war der Anteil von Wirecard.

Also, wenn jetzt noch 10 Unternehmen dazukommen, die auch nur 1 Prozent des DAX bekommen, ist diese neue Regelung wohl nur eine PR-Aktion. Damit wir vielleicht bald die Blamage um Wirecard vergessen.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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