Ihre große DAX-Analyse

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

Der DAX wird heute im Detail beleuchtet. Von 15 Minuten- bis Wochenkerzen sehen Sie nahezu alles. Am Ende bleibt der fade Beigeschmack, dass wird auf der Stelle tanzen. (Foto: Deutsche Börse AG)

Der DAX ist weiterhin gefangen in der Seitwärtsphase. Schauen Sie sich einmal diesen Chart an. Eine Kerze entspricht 15 Minuten im DAX. Die Kurse schwanken seit einer Woche weiterhin stark, aber letztlich ohne Richtung.

Solange wir also nicht nachhaltig über 10.150 Punkte steigen oder unter 9.450 Punkte fallen, können die Anleger hier weiterhin Ping Pong spielen. Übrigens ist die Volatilität weiterhin relativ hoch. Wenn Sie also denken, dass es jetzt allmählich ruhiger wird – das ist leider nicht der Fall.

Eine hohe Volatilität spricht dafür, dass wir noch einmal weiter abwärts laufen könnten. Heute ging es zwar immerhin Richtung der 50 Punkte im VDAX New, der die Volatilität misst. Eine Bodenbildung ist bei derartigen Werten im Moment aber noch ausgeschlossen.

Wenn der VDAX New sich von den aktuellen Kursen (bei 50 Punkten) halbiert, dann fangen wieder ruhigere Zeiten an. Solange wir aber weiterhin im Tagesverlauf mehrere Hundert Punkte steigen und fallen, ist auch die Ungewissheit vorhanden. Ja, es kann wieder tiefere Kurse geben.

Die erweiterte Seitwärtsphase

Werfen wir dazu einen Blick auf den 4-Stunden-Chart im DAX. Der Deckel ist auch hier bei rund 10.150 Punkten drauf. Nach unten wäre Platz bis 8.250 Punkte. Eigentlich sogar noch mehr, weil wir außerbörslich schon kurz unter 8.000 Punkten notierten. Das war am 19. März.

Es ist also durchaus möglich, dass es sich der DAX jetzt in der nächsten Zeit in diesem groben Bereich gemütlich macht und seitwärts läuft. Ein Paradies für Trader, die sich über jede Bewegung freuen. Wer einfach nur günstig Aktien kaufen will, kann das jetzt auch machen. Allerdings wird es wohl noch eine Weile dauern, bis die Kurse nachhaltig steigen.

DAX im Wochenchart – das große Bild

Hier sehen Sie die Hochpunkte vor dem Platzen der Dot-Com-Blase im Jahr 2000 und vor der Finanzkrise 2008. Die 8.150 Punkte sind im DAX deshalb kriegsentscheidend. Hier müssen die Kurse wieder nach oben drehen. Zumindest auf Monatssicht. Das hat im März auch sehr gut geklappt. Die Marke wurde verteidigt und wir haben sogar kurz unter 10.000 Punkten den Monat beendet.

Sollten wir uns allerdings nachhaltig diese blaue Unterstützung von unten anschauen, können wir spätestens an der grünen Linie wieder aufgefangen werden. Die verläuft derzeit bei etwas über 6.200 Punkten. Das wären also fast noch einmal 2.000 Punkte Verlust für den DAX, die nicht ausgeschlossen sind.

Alle Welt redet von Bärenmarktrallye. Wenn wir die wirklich jetzt schon abgehakt haben, könnte es tatsächlich noch eine deutliche Welle Richtung Süden geben. Doch dazu muss der DAX die genannten Marken erst einmal deutlich unterbieten. Das ist bisher noch nicht passiert. Ein erster zaghafter Angriff wurde mit voller Kraft der Bullen abgewehrt.

Ein alternativer Absturz könnte auch „nur“ bis zum Hoch aus dem Jahr 2011 laufen. Das liegt bei ca. 7.500 Punkten. Das alleine wäre jetzt kein Grund, warum die Kurse hier angezogen werden. Messen Sie aber vom Tief der Finanzkrise bis zum derzeitigen Allzeithoch, ergibt sich ein 62er Fibonacci-Retracement in diesem Bereich. Das nur für den Hinterkopf, falls wir wirklich diese Kurse noch erleben.

Fazit:

Der DAX ist derzeit von zwei Dingen bestimmt: Ungewissheit und einem Seitwärtsbereich. Dieser hat aufgerundet nach oben sogar Potential bis 11.000 Punkte. Stichwort: Bärenmarktrallye. Spätestens dort könnten die Kurse dann wieder nach unten drehen, sofern wir keine schnelle Erholung an den Märkten sehen.

Nachdem die Ausgangssperren und die wirtschaftliche Selbstzerstörung aber weiterhin aufrecht gehalten werden, gibt es momentan zumindest wenig Hoffnungsschimmer für den DAX.

Auf der Unterseite bremsen 8.150 Punkte. Danach gibt die Leine noch bis 7.500 und 6.300 Punkte Luft. An Notierungen unter diesem Bereich denken wir derzeit noch nicht. Stellen Sie sich auf eine schwankungsreiche Zeit ein. Erst wenn der DAX den Kopf in die eine oder andere Richtung streckt, kann hier langfristig etwas geschehen.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.