Ihre große DAX-Analyse: Das 62er Retracement ist erreicht!

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Falls die Kurse stolpern, sind die meisten wohl schon startklar, den kommenden Fall mitzuspielen. Alleine dieser Fakt schreckt mich ein wenig ab. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Die Bullen sind im Soll. Heute hat der DAX die von mir angekündigte Marke von 11.679 Punkte erreicht. Einziger Wermutstropfen aktuell: Wir notieren aktuell darunter.

DAX im Tageschart

Das 62er Retracement vom Allzeithoch zum Corona-Tief ist heute erreicht worden. Damit kann sich der DAX in die Reihe von NASDAQ und S&P 500 stellen, die diesen Punkt schon hinter sich haben. Im Chart sieht das ganze so aus:

Auf dieser Stelle muss es jetzt nicht sofort einen Rücksetzer geben. Klar, intraday wurde hier ein wenig mehr gekämpft als sonst. Grundsätzlich kann der DAX aber jetzt einige Tage in diesem Bereich zur Seite schieben. Der DAX kann jetzt eigentlich vieles machen. Denn die derzeitige Situation ist richtig schwierig einzuschätzen. Alles ist möglich. Schauen wir uns deshalb die einzelnen Varianten an.

Nächste Ziele: 11.825 und 11.950!

Aktuell sind die Bullen noch am Drücker. Wir können das natürlich nicht garantierten. Solange aber die Privatanleger Ihre Short-Positionen immer wieder aufbauen, werden diese aus dem Markt gekegelt und schieben den DAX weiter nach oben.

In den USA ist das offenbar nicht der Fall. Der S&P 500 ist heute 2 Prozent schlechter gelaufen als der DAX!

Wenn wir die Cup and Handle Formation im DAX nehmen, haben wir das 100 Prozent-Ziel bei 11.825. Das wäre quasi noch die Kür. Spannend wäre aber auch, wenn der DAX einfach dieselbe Strecke der letzten Aufwärtsbewegung noch einmal abläuft. So etwas kommt regelmäßig vor und damit wären wir dann bei 11.950 Punkten! Sehen Sie selbst:

Wir haben den großen steigenden Trendkanal. Die gelbe Linie ist das 62er Retracement. Bei etwa 11.950 Punkten auf Höhe der grünen Linie ist das Projektionsziel. Somit starten Sie Ihre DAX-Verkäufe lieber nicht zu früh! Es kann noch 300 Punkte nach oben gehen! Vielleicht nehmen wir auch noch die 12.000 Punkte mit, damit keiner mehr an fallende Kurse glaubt.

Wie sieht die bärische Variante aus?

Dazu müssen wir uns diesmal nur die USA anschauen! Das klingt zwar komisch, ist aber so. Der S&P 500 ist heute vom Hoch bei etwa 3.038 Punkten auf unter 2.980 abgestürzt! 50 Punkte Minus macht der Index selten.

Der NASDAQ sieht noch schlechter aus: Gestern stand er bei 9.600 Punkten und vorhin lag er schon einmal unter 9.200! Etwas alarmierend ist auch die Tatsache, dass der NASDAQ die Rallye der letzten Wochen unter stetig abnehmendem Volumen aufgebaut hat.

Das hatte ich Ihnen gestern schon geschrieben. Die Privatanleger ziehen aktuell die Kurse nach oben. Die großen Spieler halten die Füße still bzw. haben schon wesentlich früher gekauft. Insofern würde es mich nicht wundern, wenn jetzt die Kleinen einen auf den Deckel bekommen könnten.

Trotzdem: Vorsichtig jetzt mit Shorts! Es kann jederzeit wieder schnell nach oben zucken und dann werden die Shorties gegrillt. Das ist das übliche Spiel. Rauf immer, runter nimmer? Ganz so drastisch ist die Lage vermutlich nicht. Doch es gilt weiterhin: Solange wir nicht die wichtigen Unterstützungen der letzten Wochen unterschreiten, bleibt die Lage bullisch.

Wenn Sie schnell sind, können Sie immer wieder einmal in den Markt springen und ein paar Punkte nach unten mitnehmen. Das kann Spaß machen, ist aber auch gleichzeitig sehr gefährlich. Vermutlich macht es deshalb so viel Spaß. Aber den mal beiseite: Wir taumeln auf ungeahnten Höhen, während wir zur selben Zeit die größte Wirtschaftskrise und Massenentlassungen erleben.

Solange die Börse das aber gekonnt ignoriert, kann es auch weiter nach oben gehen. So irrational es ist: Verdienen Sie in der Zeit lieber mit und gehen Sie noch ein paar Meter long.

Falls die Kurse stolpern, sind die meisten wohl schon startklar, den kommenden Fall mitzuspielen. Alleine dieser Fakt schreckt mich ein wenig ab. Denn wenn die Masse einen Crash erwartet, kommt er nicht.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.