Ihre große DAX-Analyse: Das sind die wichtigen Marken im Chart

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Wir bauen gerade eine Cup and Handle. Deren Ziele wären bei 13.100 und 13.330. Doch das nützt alles nichts, solange der DAX nicht über die 12.770 Punkte kommt. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Starten wir mit dem Jahr 2000. Ab dort läuft nämlich der folgende logarithmische Chart. Sie sehen die Dot Com Bubble, die platzte und lies den DAX von 8.000 Punkte auf 2.200 Punkte crashen.

Danach ging es wieder an dieselben Hochs und wieder zurück. Die Unterstützung liegt 2009 bereits bei 3.615 Punkten und die untere Trendlinie wird dann jahrelang nicht mehr beachtet. Doch dann kommt Corona und wir schießen sogar durch diese Linie nach unten durch. Zwei Wochen lang bewegen wir uns darunter, danach ist alles wieder im logarithmischen Lot.

Das obere mögliche Zielgebiet in diesem Chart wäre in diesem Jahr übrigens noch unter 15.000 Punkten. Zum Jahreswechsel wären demnach maximal 14.800 ein mögliches Ergebnis – nur falls Sie Prognosen lesen sollten, die den DAX über 15.000 Punkten in diesem Jahr sehen. Gibt es alles.

Laut diesem Chart befinden wir uns fast in neutralem Gebiet. Keine Seite hat übergeordnet einen großen Vorteil.

DAX im Wochenchart

Wenn wir den Chart seit 2019 betrachten, fällt besonders auf, dass die beiden 200-Wochenlinien in grün und blau sehr waagrecht verlaufen.

Das ist auch kein Wunder, schließlich steht der DAX in etwa gerade dort, wo wir schon im April 2015 das Hoch sahen. Seit 5 Jahren ist also unterm Strich nichts passiert im DAX. Das ist durchaus bemerkenswert, wie schwach der Index ist. Nur zum Vergleich: Der S&P 500 stand im April 2015 bei 2.100 Punkten. Heute zeigt er 3.300 Punkte, also über 50 Prozent mehr. Deshalb ist der DAX als Investment auch nicht zum empfehlen. Für das Trading maximal, aber nicht als Indexfonds für den Nachwuchs zum Beispiel. Das mag aber auch ein europäisches Problem sein. Der französische Index CAC40 stand 2015 im Hoch bei 5.200 Punkten und ist jetzt sogar fast 400 Punkte tiefer.

Solange wir hier über der roten 50-Wochenlinie, der grünen 200-Wochenline und der blauen gewichteten 200-Wochenline notieren, ist also alles in Butter. Sie sehen beispielsweise Mitte 2019 haben die drei Linie auch schon einmal als Support gewirkt. Durch Corona ging es darunter und dann sofort eine weite Strecke tiefer.

Die blaue Linie verläuft aktuell bei 11.757 Punkten. Viel mehr sollte der DAX jetzt also nicht konsolidieren. Der Rücksetzer Mitte Juni wurde auch von dieser EMA-200 aufgefangen.

DAX im Tageschart

Auch das hier wirkt noch nicht angeschlagen. Wir notieren hier über den jeweiligen Tageslinien in Rot, Grün und Blau. Die rote 50-SMA haben wir letzte Woche einmal unterschritten und danach ging es prompt wieder rauf.

Die grüne 200-SMA verläuft derzeit bei 12.207 Punkten. Die blaue 200-EMA bei 12.040 Punkten. In diesem Bereich sollten die Kurse dann also wieder nach oben drehen, falls wir jetzt noch eine Bewegung Richtung Süden sehen.

Bullische Ziele im DAX

Im kurzen Zeitfensterist jetzt der Bereich ab 12.980 Punkten interessant. Dort hat ein fallender Keil im Stundenchart sein Ziel. Wir bauen allerdings auch gerade eine Cup and Handle. Deren Ziele wären wesentlich höher: 13.100 und sogar 13.330. Doch das nützt alles nichts, solange der DAX nicht über die 12.770 Punkte kommt. Dort und etwas darunter stößt er sich regelmäßig den Kopf an.

Donnerstage können Bewegung bringen. Vielleicht kommt ja morgen noch die Erlösung und der DAX arbeitet die oberen Ziele demnächst ab. Wie es danach auf der möglichen Unterseite aussieht, abgesehen von den Durchschnittslinien, schauen wir uns dann an, wenn es soweit ist.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.