Ihre große DAX-Analyse: DAX bald wieder vierstellig?

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Der DAX hat die Bärenmarktrallye beendet und dreht sich langsam wichtig Richtung Süden. Welche Chartmarken sind jetzt wichtig? Sehen wir bald 9.500 Punkte? (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Seit einigen Tagen kommt der DAX nicht weiter nach oben. Die 10.800 Punkte stellen vorerst eine unüberwindliche Hürde dar. Wir müssen also davon ausgehen, dass der DAX entwede

Wie genau diese Szenarien aussehen, schauen wir uns heute an. Dabei ist die bärische Variante aktuell zu favorisieren.

DAX Chartanalyse 22.4.2020

Sie sehen hier die Bärenmarktrallye seit Mitte März. Wir hatten im Tief die 8.250 Punkte erreicht und sind im Anschluss bis auf 10.800 Punkte hochgelaufen. Über 2.500 Punkte innerhalb von wenigen Wochen ist schon ein beeindruckender Anstieg. Sie werden in diesem Zusammenhang auch gerne den Begriff „technische Gegenreaktion“ zu hören bekommen. Jetzt folgt unter Umständen die nächste – aber der Reihe nach.

Sie sehen den Tageschart und den DAX, der bereits die letzten Tage zur Seite geschoben hat. Auslöser war hier eindeutig das Verlassen des blauen Aufwärtskanals. Zwischen 10.200 und 10.800 Punkten bewegt sich jetzt der Index – mal etwas wilder, mal etwas ruhiger, so wie heute beispielsweise.

Dafür sind für Sie auch die wichtigen Marken direkt bekannt: Bricht der DAX nach oben über das bisherige Hoch der Erholung aus, also über 10.820 Punkte, haben die Bullen die Chance auf 11.000 und etwas darüber.

Fallen wir allerdings unter die 10.200, kommen als Ziele die nächsten Kurslücken in Betracht und die können rasant erreicht werden. Passenderweise befindet sich bei 10.214 Punkten das 23er Retracement der Bärenmarktrallye. In diesem Bereich ist der DAX in den vergangenen Tagen immer wieder noch oben abgeprallt. Hier gibt es eine deutliche Unterstützung. Wenn diese bricht, kann der DAX fallen, wie ein Stein.

Ein erstes Ziel liegt dann laut der Fibonacci-Marke bei rund 9.840 Punkten. Das war das Tagestief vom 6. April und ist identisch mit dem 38er Retracement. Einen Schritt weiter wird es allerdings noch attraktiver!

Hier liegt beim 50er Retracement ein offenes Gap vom 3. April. Die Chancen stehen deshalb gut, dass dieses Kursziel noch einmal angesteuert wird. Damit müssten wir vom aktuellen Stand noch einmal 800 Punkte fallen. Bei9.536 wäre die Kurslücke geschlossen.

Sie sehen das 62er Retracement bei 9.233 Punkte hat im Chart nur untergeordnet Bedeutung. Ja, wir haben dort einmal einen Tagesschlusskurs und weniger Tage später einen Eröffnungskurs, aber das alleine in Kombination mit dem Retracement reicht nicht aus, um dieses Ziel besonders anziehend zu machen.

Im extrem bärischen Fall laufen wir dann noch eher das Tief des Crashs an bei etwa 8.250 Punkten oder sogar noch südlicher – doch bis dahin ist es noch ganzes Stück. Die Volatilität zieht allerdings schon wieder an. Schuld daran ist natürlich der gestrige Abverkauf. Heute wird dagegen wird auf der Stelle gehüpft.

Die obigen Marken sind dabei weiterhin entscheidend. Grob zwischen 10.200 und 10.800 Punkten kann der DAX sich intraday austoben, ohne sich für eine Richtung entscheiden zu müssen. Das kann nervtötend sein, ist aktuell aber das Chartbild.

Bonus: DAX Chart 1988 bis 2020 in logarithmischer Darstellung

Hier sehen Sie ein seltenes Bild: Der Chart wird logarithmisch dargestellt und zeigt somit die prozentuale Entwicklung auf lange Sicht besser. Demnach haben wir bei der unteren Trendlinie von 1988 angefangen und die Verbindung im Tief der Dot-Com-Blase gezogen. Daraus ergibt sich, dass der DAX aktuell noch bis fast 6.000 Punkte crashen könnte – wir wären so gesehen immer noch im langfristigen Aufwärtstrend.

Auf der Oberseite sind dagegen bis Ende des Jahres noch bis 15.000 Punkte Luft. Zugegeben, bei logarithmischen Charts ist die Bandbreite immer riesig. Was jedoch auch hier schön zu sehen ist: Der Bereich um 8.150 Punkte entscheidet langfristig, ob der DAX lebt oder stirbt. Darunter geht es Richtung 6.000 Punkte, vielleicht 6.500. Darüber können wir weiterhin auf eine Erholung hoffen. Wie schnell diese verläuft, verrät uns der Chart aber nicht.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.