Ihre große DAX-Analyse: Ist die Jahresendrallye jetzt beendet?

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Depotabsicherungen sind jetzt besonders günstig. Es wäre schier Verschwendung das nicht zu nutzen. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Sind wir jetzt fertig mit der Weihnachtsmann-Rallye? Man könnte es meinen. Zumindest der DAX hat sein geplantes Ziel erreicht. Gibt es jetzt die Kür oben drauf oder kippen wir wieder nach unten um?

DAX Chartanalyse

Hier sehen Sie den Tageschart seit September. DasHoch bei 13.460 Punkten wurde im Sommer angelaufen, danach ging es zwischenzeitlich runter bis auf unter 11.500 Punkte. Jetzt stehen wir wieder dort, wo wir im September waren. Trotz hartem Lockdown light oder wie die neue Version jetzt heißt.

Corona ist also kein Thema an den Märkten. Sonst müssten wir ja eher beim Oktober-Tief stehen als beim September-Hoch. Dass viele Geschäfte schließen müssen, die Leute nur noch das Haus mit triftigen Grund verlassen dürfen – all das juckt die Indizes nicht. Ist eingepreist, wie der Fachmann gerne sagt.

Alles schön und gut, aber wie geht es denn jetzt weiter? Neue Hochs im neuen Jahr? Mehr Geld durch die Notenbanken und alles fließt in Aktien, weil es sonst nirgends Rendite gibt? Gut möglich. Aber auch das Gegenteil. Es mehren sich beispielsweise die negativen Aussichten bei den großen Indizes. Richtig gelesen: Es ist nicht nur der DAX, der den Trader an Short denken lässt. Nur das Signal dazu fehlt noch.

Passend dazu ist die Volatilität sehr gering. Sie können deshalb jetzt ihr Depot extrem günstig absichern mit Optionsscheinen. Niemand glaubt derzeit an fallende Kurse. Selbst die Permabären, die also immer auf große rote Kerzen hoffen, haben zum Teil schon das Lager gewechselt. Es ist verständlich. Dow Jones mit neuem Allzeithoch. NASDAQ 100 genauso. S&P 500 ebenfalls. Kein Wunder, dass der DAX zumindest nahe den Rekordständen fährt. Die Kür wäre übrigens das Allzeithoch nahe 13.800 Punkten.

VIX bewahrt noch Ruhe

Den Volatilitätsindex VIX hatte ich Ihnen letztens schon gezeigt. Solange dieser nicht steigt, müssen wir davon ausgehen, dass die Bären schon im Winterschlaf sind. Es gibt also keine Korrektur, keinen Crash. Maximal eine Konsolidierung zur Seite. Das kann reichen, um etwas Druck abzulassen. Aber unser Kochtopf hält dieses Jahr besonders viel Dampf aus. So überkauft sind wir gar nicht.

Die Rallye kann ruhig noch weitergehen. Wieso auch nicht? Meinen Sie das Thema Brexit wird die Märkte erschüttern? Oder dass jetzt ein paar Leute in UK heftige Impfreaktionen gezeigt haben? Das gibt es doch wirklich wichtigeres für die Märkte! Die steigenden Corona-Toten werden ja auch ignoriert.

DAX im 2-Stunden-Chart

Hier der Kursverlauf des DAX seit Mitte November: Es passiert einfach nichts. Wir fahren relativ langsam nach oben – aber das war es auch schon wieder. Die tägliche Handelsspanne ist gering, die Ausschläge minimal.

Dennoch ist dieser Kanal nicht zu unterschätzen! Laufen wir in diesem einfach weiter nach oben, würden wir im März nächsten Jahres bei 14.000 Punkten stehen. Die Steigung ist also doch etwas sportlich für den DAX. Es würde mich insofern nicht wundern, wenn wir den Kanal irgendwann zur Seite verlassen würden. Wann das soweit ist, kann ich aber noch nicht verraten. Es gibt derzeit keine Anzeichen.

Jetzt sind die Kurse am oberen Ende des Kanals. Vielleicht schauen Sie auch noch einmal den unteren Teil an. Da würden wir aber auch nur 200 Punkte aus jetziger Sicht fallen. Alles ziemlich langweilig.

Fazit:

Perfekte Lage für die Anleger. Die Aktienkurse laufen unbeirrt nach oben. Die Volatilität ist im Keller. Politisch und ökonomisch sind die kommenden Desaster bereits eingepreist. Solange hier nicht ein Dominostein ins Kippen gerät, wird diese Phase noch lange weiterlaufen.

Wehret den Anfängen! Sollte sich das Bild aber ändert, kann es ruckzuck passieren, dass wir die hart erarbeiteten Punkte der letzten Wochen in Rauch auflösen. Deshalb noch einmal der Tipp: Depotabsicherungen sind jetzt besonders günstig. Es wäre schier Verschwendung das nicht zu nutzen und langlaufende Shorts auf zumindest einen großen Index zu kaufen.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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