DAX-Analyse: Gegenreaktion nach Abverkauf hält sich in Grenzen

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

Es würde mich nicht wundern, wenn die morgige Tageskerze länger ist, als die beiden von gestern und heute. Der Donnerstag kann wieder Schwung reinbringen! (Foto: Deutsche Börse AG)

Ja, wir haben am Dienstag und heute höhere Kurse gesehen. Allerdings nur per Kurslücke und tagsüber ging es dann wieder weiter nach unten. Theoretisch kann sich der DAX so natürlich auch auf neue Allzeithochs kämpfen, aber gesund sieht anders aus. Wenn nur der Nachthandel die Kurse hebt und zu Xetra-Zeiten wieder die Gewinne mitgenommen werden. Wohin soll das führen?

DAX im Tageschart

Wir befinden uns noch immer deutlich unter der Trendlinie, die zuvor monatelange hielt. Das 50er Retracement der letzten größeren Rallye seit Mitte Juni haben wir am Montag schon abgehakt.

Die Kurse könnten jetzt ohne Probleme wieder nach oben drehen. Also richtig und nicht so, wie wir es die letzten 48 Stunden gesehen haben. Doch das alles sieht mehr nach einer schwachen Gegenreaktion auf den starken Abverkauf vom Montag aus. Wir haben immer noch keine grüne Tageskerze danach gebaut. Ich würde tendenziell eher weiter fallende Kurse bevorzugen.

Das wäre anders, wenn wir heute über 12.800 geschlossen hätten. Wir lagen intraday kurz darüber, doch danach ging es wieder 100 Punkte retour. Insofern ist das kein Markt, der jetzt sofort wieder steigen will und sogar die 13.000 Punkte erklimmen.

Das Maximum ist jetzt wohl eher eine Konsolidierung zur Seite. Aber wer weiß. Donnerstage können auch viel Bewegung bieten. Vielleicht kommt ja morgen noch ein großer Schwung in die eine oder andere Richtung. Es würde mich auf jeden Fall nicht wundern, wenn die morgige Tageskerze länger ist, als die beiden von gestern und heute.

DAX im Langzeitchart

Die logarithmische Darstellung zeigt eindeutig, wie große die Spielwiese des DAX ist. Theoretisch könnten wir also zwischen 14.400 und 10.000 Punkten stehen und alles wäre im grünen Bereich.

Spannend wird es tatsächlich erst, wenn wir diesen blauen Keil irgendwann verlassen. Das wird kaum in den nächsten Monaten passieren, aber irgendwann ist es soweit. Und das kann richtig viel Bewegung in den DAX kommen.

Das Corona-Tief war schon kurz unterhalb der Trendlinie. Die Monatskerze schloss aber deutlich darüber. Insofern verzeihen wir den Ausrutscher. Interessant ist bei der Konstellation auf jeden Fall, dass die untere Trendlinie deutlich steiler ansteigt als die obere. Der Druck kommt also von unten – oder die Unterstützung, wie auch immer Sie das sehen wollen.

Tendenziell werden solche Keile aber eher nach unten verlassen. Wir müssen schon einen extremen Boom sehen, damit der DAX sich über die obere Trendlinie schieben kann und dort auch bleibt! Zu wünschen wäre es ihm. Vielleicht gibt ja ein kleines neues Wirtschaftswunder nach Corona. Wer weiß, wer bis dahin alles im DAX gelistet ist.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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