Ihre persönliche Analyse: Die wichtigsten Charts der Woche

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DAX Richtung 10.570 Punkte – Todeskreuz im S&P 500. Passend dazu steigt Gold wieder stark an und auch Rohöl scheint vorerst einen Boden gefunden zu haben. (Foto: Deutsche Börse AG)

Gold, Rohöl, S&P 500 und der DAX verraten uns, wie es weitergeht an der Börse. Die vier Charts habe ich heute für Sie vorbereitet. Aber der Reihe nach.

Gold – auf neuen Hochs!

Seitdem die 20-Tagelinie die 50-Tagelinie nach oben durchkreuzt hat, konnte Gold offenbar das Tal der Tränen hinter sich lassen. Wir haben noch einmal die 1.200 US-Dollar von oben getestet und strecken uns gerade Richtung 1.250 US-Dollar!

Das ist insbesondere ein starkes Zeichen, weil bei 1.243 US-Dollar ein großer Widerstand lag. Dieser wurde heute immerhin intraday schon geknackt. Mal sehen, ob wir diese Zahl auch bis zum Handelsschluss heute halten können.

Die nächsten Ziele sind dann für Gold der Bereich zwischen 1.259 und 1.265 US-Dollar. Dort liegt das Hoch aus dem Juli. Dass wir jetzt einen steigenden Goldpreis sehen, kann aber auch geopolitische Gründe haben. Der Streit zwischen China und den USA, der mit der Verhaftung der Huawei-Chefin einen neuen Schritt erreicht hat, könnte hier eine Rolle spielen.

Vielleicht auch die angekündigte Eskalation in Paris. Dort will die Polizei morgen auf Seiten der Demonstranten stehen. Dafür hat Macron das Militär als letzte Bastion nach Paris beordert. Seine Umfragewerte bescheinigen ihm aktuell unter 20 % Beliebtheit. In Frankreich kann demnach etwas passieren über das Wochenende.

Aber auch in Deutschland ist es Zeit für einen Wechsel. Heute wird der Nachfolger von Merkel bestimmt. Zumindest wählt die CDU heute ihren neuen Vorsitzenden. Eine Entscheidung für Merz würde den DAX sicher einige Punkte anheben – bei AKK bliebe stattdessen alles gleich, nur eben in neuer Verpackung.

Rohöl hat den Boden gefunden

So sieht es immerhin aktuell aus. Die 50 US-Dollar haben im WTI in den letzten Handelstagen schon oft einen Text bestanden. Auf Tagesschluss notierten wir immer darüber. Sie möchten mögliche Ziele? Hier bietet sich das Fibonacci-Retracement an.

Wir könnten also bei einer Erholung Werte im Bereich zwischen 63 und 66,4 US-Dollar sehen. Letzteres ist das 61,8 %-Retracement und wäre ein Anstieg um rund 13 US-Dollar! Dort kann es dann anschließend wieder bergab gehen. Aber das wird noch eine Weile dauern. Öl müsste schon sehr stark anziehen, wenn wir noch vor Weihnachten den Bereich über 66 US-Dollar sehen wollen.

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Düsteres Bild im S&P 500

Hier befinden wir uns zwischen Not und Elend. Nach oben ist der Bereich knapp über 2.800 Punkte durch ein dreifaches Hoch vorerst zementiert. Das „Trippel Top“ wird den Markt vielleicht sogar das gesamte restliche Jahr in Schach halten.

Von unten gibt es eine kleine vorsichtige Trendlinie, die aber derzeit noch auf wackeligen Beinen steht. Dass wir hier noch einmal einen Test erleben, ist sehr wahrscheinlich. Ob die Linie hält, sehen wir dann. Es ist also gut möglich, dass der S&P 500 bis zum Jahresende erst einmal in diesem Bereich pendelt. 2.800 auf der Oberseite und etwa 2.625 auf der Unterseite wären dann Ihr Handelsbereich, in dem Sie traden können.

Die eigentliche Hiobsbotschaft ist aber das „Todeskreuz“. Die SMA-50 ist durch die SMA-200 gebrochen, während gleichzeitig die Kurse fielen. Das wird gerne als Signal für weiter fallende Kurse genommen. Potential nach unten hat der Chart definitiv. Der Handelskrieg mit China zieht eher weitere Kreise und somit gibt es auch für die US-Märkte wenig Gründe für einen nachhaltigen Anstieg, der nicht auf Gerüchten beruht.

DAX Richtung 10.570 Punkte

Zum Zeitpunkt der Analyse war der Xetra-Handel noch nicht beendet. Der 5-Minuten-Chart hat heute kurz vor Ende noch Hoffnung gemacht, dass der Bereich über 10.825 Punkte hält. Doch dann kam gerade noch eine rote Kerze, die auch diese Unterstützung aus dem Weg geräumt hat.

Was bedeutet das für Sie als Anleger? Rechnen Sie mit 10.570 Punkten als nächstes mögliches Ziel im DAX und damit, dass die Jahresendrallye ausfällt. Wir könnten uns aktuell schon freuen, wenn wir über 11.500 Punkte aus dem Jahr gehen. Doch dazu braucht es ein gutes Ergebnis auf dem CDU-Parteitag, eine Lösung beim Brexit und idealerweise auch noch einen Frieden im Handelskrieg USA gegen China. Sonst haben wir bald einen 4-stelligen DAX!

Das Bild heute im 5-Minuten-Chart zeigt: Die Stunden zwischen 8 und 9 Uhr haben ein Hoch gezeigt, dass wir im Laufe des Tages nie wieder erreichen konnten. Und jetzt sind wir auf dem Weg die 10.800er Marke zu testen. Das kann heute noch spätestens bis zum außerbörslichen Handelsschluss geschehen.

Nächste Woche wäre ein schneller Abverkauf Richtung 10.570 perfekt. Aus bullischer Sicht! Denn dann hätten wir das 61,8 Retracement der aktuellen Aufwärtsstrecke der letzten 2 Jahre erreicht. An solchen Punkten drehen die Kurse gerne wieder nach oben. Und vor allem haben wir so auch noch die Chance den VDAX Richtung 30 zu schieben. Dieser Volatilitätsindex zeigt bei Werten ab 30, dass ausreichend Panik im Markt ist und das ist oft gleichbedeutend mit einer Bodenbildung.

Der DAX wird danach aber nicht gleich wieder 1.000 Punkte nach oben rasen – politische Börsen einmal ausgeklammert. Vielmehr können Sie damit rechnen, was der DAX am besten kann: Eine breite Seitwärtsphase.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.