Im DAX-30 setzt Adidas die Bestmarke

Die gestrige Entscheidung der US-Notenbank Fed, den Leitzins nicht zu erhöhen, ist am deutschen Aktienmarkt verhalten aufgenommen worden. Statt Klarheit, die eine leichte Erhöhung gebracht hätte, herrscht nun weiterhin Unsicherheit über die künftige Zinsentwicklung.

Für die Märkte bedeutet das: kurzfristig sollte sich an der Seitwärtsbewegung, die bereits seit mehreren Wochen anhält, nichts ändern. Und immer wiederkehrende Auf und Abs der Aktienkurse werden die Anleger beschäftigen.

Heute sorgt der „Große Hexensabbat“ für Negativ-Stimmung beim deutschen Leitindex DAX-30: an den Derivatenbörsen laufen Futures und Optionen auf Aktien und Indizes aus und sorgen für stärkere Kursausschläge in beide Richtungen.

Verantwortlich dafür sind große Marktteilnehmer wie Fonds- oder Vermögensverwalter, die die Kurse auf die Preise treiben wollen, mit denen sie an der Terminbörse engagiert sind. Kleinanleger sollten die Ruhe bewahren: die Kurse werden sich bereits am Montag wieder eingependelt haben.

Bei Adidas steigt der Optimismus

Aus dem heute deutlich nachgebenden DAX-30 ragt die Adidas-Aktie mit einem zwischenzeitlichen Plus von über zwei Prozent positiv heraus. Grund ist ein aktueller Analystenkommentar: Die britische Großbank HSBC empfiehlt die Aktie des Sportartikelherstellers zum Kauf. Betont werden vor allem die „stärker als erwarteten Wachstumsaussichten“ in diesem und im kommenden Jahr.

Tatsächlich ließ Adidas-Chef Herbert Hainer in den vergangenen Wochen kaum eine Gelegenheit aus, Optimismus zu verbreiten. So will er beispielsweise von einer China-Krise für sein Unternehmen nichts wissen: „In China bleiben Sportartikel im Trend und sind stark gefragt, auch weil die Marke Adidas ein Statussymbol ist.“

Mittlerweile machen die Franken mehr als 14 Prozent ihres Umsatzes im Reich der Mitte. Im ersten Halbjahr 2015 konnte Adidas seinen China-Umsatz währungsbereinigt um mehr als 20 Prozent auf 1,16 Mrd. Euro steigern. Damit ist China ein wichtiger Wachstumsmotor des Sportartikelherstellers. Zumal der Sport in China auch immer mehr zu einem Gesundheitsthema wird, das von der chinesischen Regierung stark gefördert wird.

Aktienrückkauf lässt Gewinn je Aktie steigen

Für weiteren Optimismus sorgt auch das laufende Aktienrückkauf-Programm. Seit November 2014 kauft Adidas regelmäßig eigene Aktien zurück und vernichtet sie. Die Aktienzahl sank so zwischen Januar und Ende Juni 2015 um 4,3 Prozent. Entsprechend entfällt auf jede Aktie mehr vom Unternehmensgewinn.

Und so wird es in den kommenden Monaten weitergehen – Adidas will bis Herbst 2017 für insgesamt 1,5 Mrd. Euro eigene Aktien erwerben und zwecks Kapitalherabsetzung vernichten.

Die Dividendensumme wird sich entsprechend künftig auf weniger Aktien verteilen. Derzeit beträgt die Dividendenrendite attraktive 2,36 Prozent.

Schließlich stimmt es auch fundamental bei Adidas: das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei 18 – im Branchenvergleich ist die Adidas-Aktie damit äußerst günstig bewertet.

18. September 2015

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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