Im Maschinenbau steigt die Zuversicht

Ich gehe davon aus, dass sich die guten Aussichten bei Dürr, Koenig & Bauer und Technotrans bald in einer starken Kursentwicklung niederschlagen. (Foto: Dürr AG)

Ende April hat der Branchenverband VDMA seine Jahresprognose erhöht.

Statt 3% wird jetzt ein Produktionswachstum von 5% auf 225 Mrd. € erwartet. Noch zuversichtlicher sind die Werkzeugmaschinenbauer. Dank eines unerwartet starken Jahresstarts hat auch der VDW im Mai seine Jahresziele nach oben geschraubt und rechnet jetzt mit einem Produktionszuwachs von 7% auf 17,1 Mrd. €. Im Februar ging der Branchenverband noch von 5% Wachstum aus. Zugpferd ist die Inlandsnachfrage, die doppelt so schnell wächst wie die Nachfrage aus dem Ausland. Vor einem weiteren starken Jahr steht auch der Bereich Robotik/Automation. Der VDMA prognostiziert ein Umsatzwachstum von 9% auf 15,8 Mrd. €.

Wachstumstreiber sind aber nicht nur die großen Roboter für die industrielle Produktion. Noch schneller wächst das Geschäft mit kleinen Service-Robotern, die etwa in Kleinbetrieben, Krankenhäusern und privaten Haushalten zum Einsatz kommen.

Es gibt aber auch Risiken

Geopolitische Spannungen, die Ungewissheit über den Ausgang der Brexit-Verhandlungen, Cyberattacken und der Fachkräftemangel können das Wachstum bremsen. Ein besonders großes Risiko ist der Handelsstreit mit den USA. Für die deutschen Maschinenbauer waren die USA im vergangenen Jahr der wichtigste Absatzmarkt.

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Der Wert der Ausfuhren stieg um 11,6% auf 18 Mrd. €. China rangiert auf Platz 2 mit 17,4 Mrd. €. Das gesamte Exportvolumen stieg um 8% auf 168 Mrd. €. Ein Problem für die deutschen Maschinenbauer sind auch die hohen Subventionen in China, die den Wettbewerb nicht nur auf dem chinesischen Markt zugunsten heimischer Unternehmen verzerren, sondern auch auf den Exportmärkten.

Es gibt sie, die Top-Unternehmen in der Branche

Die Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten gingen auch an einigen Vorzeigeunternehmen aus dem Maschinenbau nicht vorbei. Ich gehe aber davon aus, dass sich die guten Wachstumsaussichten von Koenig & Bauer, Dürr und Technotrans bald wieder in einer marktüberdurchschnittlichen Kursentwicklung niederschlagen werden. Bei Georg Fischer, Hermle und Dr. Hönle rechne ich mit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends.

Vor allem Hermle und Dr. Hönle überzeugen mit einer hohen Rentabilität und starken Bilanz. Dr. Hönle hat zudem zum wiederholten Mal seine Jahresprognose erhöht. Eine interessante Turnaround-Story bleibt nach dem Managementwechsel Schaltbau.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.