Immer mehr Krisenherde werden Gold langfristig antreiben

Noch bleibt der Goldpreis schwach – aber langfristig stehen die Chancen gut, dass die vielen Krisenherde den Goldpreis antreiben werden. (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

Die Krisenherde rund um den Globus nehmen immer mehr zu – doch der Goldpreis steigt nicht. Schlimmer noch: Der Goldpreis notiert schon wieder klar unter der Marke von 1.200 Dollar. Das Thema Gold beschäftigt mich aktuell sehr stark – denn in solchen Marktphasen ging es historisch betrachtet oft sehr steil nach oben mit dem Goldpreis.

Und das hatte auch einen guten Grund: Gold hat über lange Zeit seinen Wert behalten – oder sogar deutlich ausgebaut. Das gilt eben nicht für die klassischen Papierwährungen. Die haben über lange Zeiträume immer massiv an Wert verloren. Wenn jetzt also sehr viel Geld in den US-Dollar fließt, dann ist das nur ein temporäres Phänomen.

Dazu gibt es noch viele weitere Unsicherheitsfaktoren, wie die immer noch nicht klaren Folgen des Brexit. Klar ist nur, dass Großbritannien die Europäische Union verlassen wird. Wie das geschehen soll ist noch völlig unklar. Und die Zeit drängt bei diesem Thema. Schon im kommenden März läuft die erste wichtige Frist ab. Das ist ein Aspekt der Unsicherheit, der auch positiv auf den Goldpreis wirken kann.

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Konflikte rund um den Globus nehmen zu – langfristig ist das positiv für Gold

Hinzu kommen noch die zahlreichen geopolitischen Konflikte rund um den Erdball. Das Risiko weiterer Eskalation von schon jetzt bestehenden Konflikten ist allerdings extrem schwer zu beziffern. Grundsätzlich sehen Sie bei diesen vielen verschiedenen Faktoren die Unsicherheit produzieren ganz klar: Gold hat weiteres Preispotenzial, denn das Edelmetall hat in der Vergangenheit immer wieder in Krisenzeiten einen regelrechten Boom erlebt weil viele Investoren die Sicherheit des Goldes gesucht haben.

Hinzu kommen noch die massiven Probleme in vielen Schwellenländern. Ob Argentinien, Venezuela oder auch die Türkei. Immer mehr Länder geraten in eine Abwärtsspirale. Ein Ende ist hier noch nicht in Sicht. Und auch wenn der Goldpreis in Euro oder Dollar aktuell sehr schwach ist, so hat der Goldpreis gerechnet in türkischer Lira in den vergangenen Wochen einen zweistelligen Preissprung erlebt.

Eins ist für mich aber klar: Uns steht ein stürmischer Herbst an den Börsen bevor. Das zeigt auch die Entwicklung an den Standardaktienmärkten in den vergangenen Tagen. So hat der DAX die Marke von 12.000 jetzt nicht halten können und der Abschwung bei den deutschen Aktien setzt sich weiter fort. Hier hat die Unsicherheit deutlich zugenommen. Und genau das kann sich im September jetzt erst einmal noch fortsetzen, denn aus saisonaler Sicht ist der September einer der schwächsten Monate im Börsenjahr – bevor dann die Jahresendrallye startet und hoffentlich auch den Goldpreis wieder anschiebt.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.