Immer mehr Schulden treiben die Deflation an

Die Missverständnisse zwischen der Einschätzung von Inflation und Deflation sind nicht nur in den Medien zu finden.

Nicht besser sind an dieser Stelle auch die offiziellen Experten: Als Anfang 2009 unter der Bankenkrise die Inflationsrate auf Rekordtiefs fiel und die Konjunktur beinahe zum Stillstand kam, warnten viele Experten vor einer bevorstehenden Inflation.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, sagte, bis Ende 2010 könne bei einer weiteren Verschärfung der Krise die Verschuldung Deutschlands von über 1,5 auf 1,8 Billionen Euro ansteigen.

»Mit der Überschuldung, die auf Dauer nur durch eine Aufblähung der Geldmenge erreicht werden kann, wächst die Gefahr von Inflation und Staatsversagen.«

Dass jedoch gerade eine Überschuldung durch die hohen Zinslasten nicht inflationär, sondern deflationär wirkt, das verschwieg der Experte. Oder er wusste es nicht besser – was eigentlich bezweifelt werden muss.

Genauso äußerte sich Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), der behauptete, die Geldentwertung werde im Jahr 2010 »rasch in den Bereich zwischen fünf und zehn Prozent steigen«.

In Wirklichkeit blieb die Inflationsrate in diesem Jahr auf einem Rekordtief von unter einem Prozent. Einer der wenigen Experten, die den Deflationsmechanismus durchschaut haben, ist Prof. Fredmund Malik vom Management Zentrum in St. Gallen.

Er sagt deutlich: »Die Deflation wird kommen und sie kommt über Nacht. Wir werden ein Sinken aller Sachwerte erleben: Immobilien, Aktien, auch gut bewertete Rohstoffe und sogar Edelmetalle werden davon betroffen sein.«

Er sieht folgerichtig nach der Finanzkrise der Jahre 2008/2009 einen erneuten Absturz kommen. Der scheinbare Aufschwung vom Jahr 2009 bringe nicht das Ende der Krise, sondern bedeute überhaupt erst deren Anfang.

Die heutige Welt sei nach Malik durchseucht mit Schulden und die jetzige Krise sei überhaupt ein Übergang von einer alten zu einer neuen Welt.

Die immensen Schulden sind das Grundproblem des Systems

Das Grundproblem unseres Finanzsystems ist die permanent zunehmende Verschuldung. Diese explodierende Schuldenlast führt am Ende dazu, dass eine Schuldenkrise entsteht und der Ausfall von Krediten zu einer Reduzierung der umlaufenden Geldmenge führt, welche dann unmittelbar in eine Deflation mündet.

Dabei gibt es im heutigen System, solange eine wirkliche Systemänderung abgelehnt wird, kaum eine Möglichkeit, die deflationäre Abwärtsspirale aufzuhalten. Im aktuellen Finanzsystem unterliegen wir einem regelrechten »Verschuldungszwang«.

Es stellt sich gleichzeitig die Frage, warum die ganzen angeblichen Sparmaßnahmen der Politik in den letzten zehn Jahren nichts gebracht haben?

Dabei beweisen die Fakten, dass es letztlich immer zuerst zu einer längeren Deflation kommen muss, bevor überhaupt eine Hyperinflation denkbar ist. Doch diesen Zusammenhang blenden die meisten Medien und Experten einfach aus.

13. Januar 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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