Immer mehr Störfeuer an den Finanzmärkten

Vor allem aus den USA nehmen die negativen Nachrichten für die Finanzmärkte zu. Auch bei uns könnte das massive Auswirkungen haben. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Die Störfeuer an den Finanzmärkten nehmen zu. Jetzt ist auch noch der wichtigste Wirtschaftsberater von Donald Trump zurückgetreten. Damit haben schon zehn hochrangige Berater des US-Präsidenten den Rückzug angetreten. Bei Cohn geht es wohl um Unstimmigkeiten im Zusammenhang mit den von Trump geplanten Strafzöllen gegenüber der EU. Diese Strafzölle will Trump beispielsweise auf Aluminium und Stahl einführen.

Wie nicht anders zu erwarten hat die EU direkt darauf reagiert. Die Bürokraten in Brüssel halten ihrerseits Handelsbeschränkungen für Whisky aus den USA oder Motorräder von Harley-Davidson für möglich. Hier sehen Sie einmal mehr: Nach mehr als einem Jahr von Donald Trump im Weißen Haus werden nur wohl die Befürchtungen Realität, die wir alle schondirektnach dem Amtsabtritt erwartet hatten

Damit steigen auch die Risiken an den Finanzmärkten. Und da wäre ich wieder bei der Korrektur, die wir Anfang Februar erlebt haben. Viele Börsenoptimisten haben diese Korrektur längst abgehakt und erwarten schon bald wieder den Angriff auf die Rekordstände.

US-Stratege: Der große Crash steht uns noch bevor

Doch es gibt auch warnende Stimmen – sogar aus den USA und von prominenter Seite. So bezeichnete jetzt Andrew Sheets, immerhin der Chefstratege der US-Investmentbank Morgan Stanley die Korrektur an den Aktienmärkten nur als „Vorspeise“ und nicht als „Hauptgericht“. Er sieht vielmehr nach der jüngsten Korrektur eine deutlich größeren Crash auf uns zukommen.

Ganz besonders kritisch sieht der Chefstratege vor allem die immer weiter steigenden US-Anleiherenditen. Die könnten einen massiven Schaden anrichten. Bislang war es nach Ansicht von Sheets so, dass die Aktienmärkte von den niedrigen Anleihenrenditen ganz klar profitiert haben. „Ein rapider Anstieg der Realrendite könnte die Aktienmärkte nun aber sehr empfindlich treffen“, so Sheets in einer aktuellen Analyse.

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Dahinter steht die Überlegung, dass die Investoren bei einer heranwachsenden Inflation und einem schwächeren Wachstum der Firmen in den USA dem Aktienmarkt den Rücken kehren könnten und auf deutlich risikoärmere Anleihen aus den USA zu setzen.

Lange Zeit galten eben Dividenden als die neuen Zinsen – so waren die Dividendenrenditen der großen Indizes immer höher als die Renditen bei sicheren Anleihen. Doch das Bild hat sich vor allem in den USA gewandelt. In diesen Tagen erhalten Aktionäre im S&P 500 Index in den USA nur noch eine historisch niedrige Dividendenrendite von 1,81%. Gleichzeitig ist aber der Zinssatz der 10-jährigen US-Anleihen, die eben immer noch das beste Rating AAA aufweisen, schon auf 2,85% gestiegen.

Hier könnte es schon bald zu massiven Umschichtungen kommen, die dann die Kurse massiv unter Druck setzen werden.

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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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