Immer neue Krisenherde: Jetzt knallt es in der Ukraine und in Thailand

Zunehmende gesellschaftliche Unruhen sind für mich ein klares Zeichen für das Anwachsen von Spannungen. In diesen Tagen machen zwei neue Krisenherde von sich reden: Die Ukraine und Thailand. In beiden Ländern laufen massive Proteste gegen die Regierung – auch wenn die Motivation anders gelagert ist.

Doch gerade in der Ukraine gehen die staatlichen Organe mit aller Härte gegen die Demonstranten vor. Dabei richtet sich der Unmut hauptsächlich gegen den prorussischen Kurs des ukrainischen Staatspräsidenten Viktor Janukowitsch. Er wird vielmehr als Putin-Handlanger betrachtet.

Teile der Bevölkerung wollen aber eher den Weg in Richtung EU einschlagen. An diesem Punkt sind weitere Spannungen zu erwarten. Und die Turbulenzen in Kiew sorgen auch für Turbulenzen bei ukrainischen Anleihen und der Währung, der Hrywnja.

Ende vergangener hatte der US-Dollar den höchsten Wert seit vier Jahren gegenüber der ukrainischen Währung erreicht. Und bei den Anleihen steigen massiv die Renditen. Bei den einjährigen Anleihen gab es zuletzt einen Sprung bei der Rendite auf 18,9%. Zusätzlich wählte die ukrainische Zentralbank noch das Mittel von Stützungsverkäufen des US-Dollar.

Keine Frage: Die aktuellen Proteste verschärfen die ohnehin schon angespannte Lage in der Ukraine nur noch weiter. So befindet sich das Land in einer leichten Rezession und zusätzlich drückt ein großes Leistungsbilanzdefizit auf die Staatsfinanzen.

Neue Proteste zeigen: Gefahr einer größeren Krise steigt klar an

In Thailand richten sich die Proteste ebenfalls gegen die Regierung. Zunächst ging es in Bangkok noch friedlich zu. Doch das hat sich über das Wochenende geändert. Die Rückgänge an der Börse in Bangkok halten sich noch in Grenzen – aber das kann sich schnell ändern.

An beiden Konflikten zeigt sich nun: Die Unzufriedenheit in immer mehr Ländern nimmt zu. Damit steigt auch die Gefahr einer Ausweitung der Konflikte in Regionen, die bislang noch als sicher und ruhig gelten.

Viel hängt sicherlich davon ab, wie sich die nächsten Wochen entwickeln und wie es den Oppositionsgruppen jeweils gelingt, ihre politischen Forderungen mit dem Druck der Straße durchzusetzen. Aber beide Konflikte sind auch klar Beispiele dafür, wie auch gesellschaftliche Konflikte ihre Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben oder sehr schnell entfalten können.

Für Sie heißt das: Bleiben Sie mit Ihrem Vermögen flexibel, so dass Sie schnell, auf Verschärfungen von Krisen reagieren können. Und weitere Verschärfungen sind auch in Europa möglich: So hat die Troika ganz kurzfristig den für diese Woche geplanten Besuch in Athen abgesagt, weil die griechische Regierung die harten Vorgaben nicht erfüllt hat. Damit könnte sich die Auszahlung einer weiteren Hilfstranche erst einmal verzögern.

3. Dezember 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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