Immobilien entwickeln (sich) – mit Herz und Verstand

Eine Möglichkeit, mit Immobilien Geld zu verdienen, ist es, sie zu entwickeln. Dazu gehört aber mehr als ein wenig Risikobereitschaft. (Foto: Jinning Li)

Die Basis eines jeden Investments sollte für Sie immer die tatsächliche Qualität der Immobilie sein. Sie gilt es, im Vorfeld zu erkennen und zu prüfen. Die zweite Frage ist, ob Sie gewillt und in der Lages sind, Chancen zu ergreifen, wenn sie sich bieten: Erkennen Sie Entwicklungspotential eine Immobilie? Und lohnt sich die Investition von Zeit, Geld und Kapazitäten?

Denn eine Immobilie zu entwickeln ist mit Aufwand verbunden und erfordert oftmals Fachkenntnisse. Wenn Sie sich dazu entschließen, gehen Sie auf Nummer Sicher: Prüfen Sie genau, ob nicht noch irgendwo verborgener Investitionsbedarf schlummert. Schnell wird ansonsten der gute Deal zum Groschengrab.

Neues erschließen

Ein gutes Beispiel sind Nutzflächenerweiterungen und Nutzungsänderungen. Beides kann durchaus signifikante Wertsteigerungen zur Folge haben. Allerdings erfordern sie ein hohes Maß an Erfahrung. Die baurechtlichen Vorschriften müssen geprüft und beachtet werden. Dafür ist es sinnvoll, über ein Netzwerk von Experten zu verfügen, das Sie für Rat und Tat heranziehen können. Zusätzlich brauchen Sie ein finanzielles Polster.

Sie müssen in der Lage sein, auch Unvorhergesehenes finanzieren zu können, wenn eine beispielsweise eine baurechtliche Auflage zu Mehrkosten führt, oder eine Verzögerung im Genehmigungsverfahren Ihren Zeitplan durchkreuzt. Wenn Sie gut prüfen und planen kann eine Nutzflächenerweiterung oder eine Nutzungsänderung natürlich auch zu überdurchschnittlicher Wertsteigerung führen.

Definition: Geringwertige WirtschaftsgüterGeringwertige Wirtschaftsgüter Definition: bewegliche kurzlebige und selbständig nutzbare Teile des Anlagevermögens unter 410 Euro.  › mehr lesen

Drum prüfe…

Ein anderer Aspekt, den Sie im Auge behalten sollten, ist der Denkmalschutz. Er kann für das Entwicklungspotential einer Immobilie Vor- und Nachteile haben, es kommt auf die Gesamt-Gemengelage an. Prüfen Sie in jedem Fall zuvor und genau: Denn Sanierungen von denkmalgeschützten Häusern müssen abgesprochen werden.

Wenn es sich nur die Fassade eines Hauses handelt haben Sie mit verhältnismäßig wenig Hürden zu rechnen. Handelt es sich aber zum Beispiel um ein Einzeldenkmal, dann muss der gesamte Innenausbau mit dem Denkmalamt abgesprochen werden. Natürlich kommt man später in den Genuss einer höheren Abschreibung, aber Sanierungen dieser Art kosten auch mehr Geld.

Das alles muss kein Hinderungsgrund sein, ein denkmalgeschütztes Gebäude zu entwickeln, das A und O ist es, im Vorfeld gut zu prüfen und zu rechnen. Denn wenn Sie erst im Nachhinein feststellen, dass für das Gebäude ein Einzeldenkmalschutz gilt, dann kann es teuer werden.

Prüfen Sie also genau, rechnen Sie und stellen Sie realistische Pläne auf, dann haben Sie gute Chancen, das Entwicklungspotential einer Immobilie zu erkennen und auszuschöpfen. Und bedenken Sie: Es muss nicht immer der große Wurf sein! Auch mit kleinen Investitionen, die das finanzielle Risiko gering halten, lässt sich der Wert einer Immobilie steigern. Wenn Sie beispielsweise einen Mieterwechsel nutzen, um für eine hochwertigere Ausstattung der Wohnung Investitionen zu tätigen, können Sie eine sukzessive Wert- bzw. Ertragssteigerung erzielen.


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Von: Thomas Knedel. Über den Autor

Immobilieninvestor, -manager, Buchautor sowie Initiator und Betreiber des Netzwerkes Immopreneur.de sagt über sich selbst: Immobilien haben mich schon immer fasziniert.