Immobilien in der Steuerfalle

In deutschen Landen grassiert derzeit das Immobilien-Fieber. Über die Schattenseiten des Immobilien-Besitzes wird dagegen kaum geschrieben. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Jüngst berichtete die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf eine unveröffentlichte Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertags folgendes:

Unveröffentliche Studie enthüllt erschreckende Zahlen beim Grundsteuer-Hebesatz

2017 stieg der Grundsteuer-Hebesatz im Vergleich zum Vorjahr deutschlandweit um 6 Prozentpunkte auf 534%.

Manche Gemeinden erhöhten den Hebesatz zuletzt um 50 Prozentpunkte, andere gar um 100.

Je nach Grundstückswert stellt das eine Mehrbelastung von bis zu mehreren 100 € pro Jahr für den Grundeigentümer dar.

Besonders extrem agieren die klammen Kommunen im finanzschwachen Bundesland Nordrhein-Westfalen:

Kamp-Lintfort etwa erhöhte den Hebesatz um 295 Prozentpunkte auf 765%.

Das ist aber noch längst nicht das Ende der Fahnenstange: Der Aderlass für Grundeigentümer in Witten fällt mit einem Hebesatz von ganzen 910% (!) noch extremer aus.

Immobilien-Steuer in Griechenland

Und auch im Euro-Krisenland Griechenland werden die Grundeigentümer mit Immobilien-Steuern massiv zur Kasse gebeten:

Jede natürliche und juristische Person mit einem dinglichen Recht an einer Immobilie in Griechenland ist seit dem 1. Januar 2014 verpflichtet, die sogenannte „Einheitliche Steuer auf Immobilien-Besitz“ (ENFIA) zu entrichten.

In diesen Tagen erhalten die gut 7,4 Mio. Grundeigentümer den ENFIA-Bescheid für das Jahr 2017.

Der klamme griechische Fiskus will damit 3,2 Mrd. € von den Grundbesitzern eintreiben.

Entscheidend dabei ist, dass das marode Krisenland bei der Erhebung der Steuern kaum Ausnahmen zulässt.

Die Steuer greift beispielsweise schon dann, wenn das gesamte Netto-Familien-Einkommen des Steuerpflichtigen im Vorjahr im Bereich um 10.000 € lag.

Sie sehen: Hier werden selbst Familien mit äußerst geringem Einkommen für Ihr kleines Eigenheim massiv abkassiert.

Immerhin räumt der griechische Staat den Bürgern ein, die fällige Steuer in 5 Raten zu entrichten.

Hohe Abgaben für Immobilienbesitzer drohen auch bei uns

Ja, liebe Leser, klamme Kommunen und Staaten werden auch künftig nicht davon Abstand nehmen, die Grundeigentümer massiv zum Aderlass zu zwingen.

Selbst beim Erwerb der eigengenutzten Wohnimmobilie ist eines folglich extrem ratsam:

vor dem Kauf die Finanz- und Verschuldungs-Kennziffern der Gemeinde, in deren Gemarkung die Liegenschaft liegt, genau zu analysieren.

Der Traum vom Eigenheim kann in einer strukturschwachen und überschuldeten Gemeinde sehr schnell zum Albtraum werden.

Stellen Sie also sicher, dass Sie nicht in die Immobilien-Steuerfalle tappen und unter die Räder des immer gieriger werdenden Steuerstaats geraten!

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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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