Immobilien: Markt in Spanien bricht vollkommen zusammen

Immobilien: Der Markt in Spanien wird immer riskanter und ist als zweite große Blase neben der us-amerikanischen zu sehen. Geben Sie Acht! (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Immobilien: Der Markt in Spanien wird immer riskanter und ist als zweite große Blase neben der US-amerikanischen zu sehen. Geben Sie Acht!

Der Immobilienmarkt Spanien als Problem für die Banken: Rückstellungen mindern Gewinne

Wenn eine Bank wie die Banco Santander von den notleidenden Objekte nicht alle an den Markt bringen kann, ergibt sich schon bilanziell ein bitter Verlust: die Bank muss nach spanischem Recht Rückstellungen bilden, der Immobilienmarkt Spanien greift hier also auch die Banken an.

Konkret: ein Jahr nach Übernahme einer Immobilie in die eigenen Bücher müssen die Banken diese verkauft haben, sonst droht die Rückstellungspflicht in Höhe von 10 Prozent des beanschlagten Immobilienwertes.

Und das heißt: die Gewinne sacken drastisch ein.

Immobilienmarkt Spanien als Geisterstadt: Leerstehende Immobilien ohne Rendite

Die Rückstellungen sind ein Problem, die fehlende Rendite aus den leerstehenden Objekten das zweite. Vorher gab es auf ausstehende Kredite wenigstens noch teilweise Zinszahlungen oder gar Tilgungen. Und damit die Chance, das Geld weiterzuverleihen. Jetzt stehen die Immobilien einfach nur in der Gegend herum.

Schließlich sinken sogar die Preise, je mehr Leerstand es gibt.

GeVestor meint: Der Immobilienmarkt Spanien steht vor dem Abgrund. Banken in Spanien leben davon, Immobilien und gleichzeitig deren Finanzierung zu verkaufen. Jetzt sinken wie gezeigt die Werte in den Büchern drastisch und das Finanzierungsgeschäft läuft aus.

Rechnen Sie mit einem Zusammenbruch a) des spanischen Immobilienmarktes und b) spanischer Banken. Wer Ferienwohnungen in Spanien hat oder kaufen möchte – reagieren Sie darauf.

Verkaufen Sie sofern es geht noch meistbietend oder kaufen Sie erst gar nicht. Es wird Jahre dauern, bis der Markt überhaupt die Chance hat, wieder in Tritt zu kommen.

Haben Sie spanische Banken im Aktiendepot: verkaufen. Haben Sie einen Fonds auf europäische Banken im Depot: verkaufen. Haben Sie ein Indexzertifikat auf den spanischen Markt: verkaufen.

Wer in Immobilien investieren möchte, sollte sich derzeit auf dem deutschen Markt orientieren. Hilfestellung für aktive Investoren (Selbstnutzer, Vermieter) bietet Deutschlands bekannter Vermieter-Anwalt Tobias Mahlstedt.

Banken in Spanien vor Zusammenbruch: Direkte Konsequenzen

Besonders kritisch scheint die Lage für die Pfandbrief-Bank Banco Sabadell. Das Rating liegt noch bei „Ba1“ und ist schon kritisch. Seit Mai hat sich daran nichts geändert. Angesichts der zarten Konjunkturhoffungen und staatlichen Interventionen in Europa ein schlechtes Zeichen.

Jederzeit kann es dort zum Zusammenbruch kommen. Achtung: Pfandbrief-Banken sind eine Säule des Systems. Die USA und Deutschland haben es mit ihren faktischen Pleitebanken (wie HypoRealEstate) schon vorgemacht. Vor diesem Schock steht Spanien noch.

Branchenfonds meiden

Andere spanische Banken sind dadurch und durch ihre Bilanzpositionen ebenfalls in Gefahr. Der spanische Immobilienmarkt bricht aktuell weiter zusammen, die Auswirkungen sind noch gar nicht exakt zu berechnen. Deshalb unsere dringende GeVestor-Empfehlung:

Die spanische Bankenwelt (bis auf Banco Santander) steht auf tönernen Füßen. Wer entsprechende Aktien hält, sollte zumindest enge Stop-Loss-Limits setzen. Und: meiden Sie Branchenfonds auf europäische Bank-Aktien, die in Spanien überrepräsentiert sind. Ein Blick in den Fondsprospekt reicht.

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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