Immobilien = Schutz gegen Inflation?

Immobilien sind nicht mobil. Eine schnelle Kapitalflucht können Sie mit einer Immobilie nicht antreten. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

1923: Die politisch gewollte Enteignung via Mietrecht während der Hyperinflation von 1923.

Es ist richtig: Als Sachwert haben die Immobilien die Krise überlebt. Doch die entscheidende Frage ist, in wessen Eigentum.

In der Krise griff die Reichsregierung in den Mietmarkt ein und untersagte starke Mietsteigerungen. Das führte sehr schnell dazu, dass die Inflation und natürlich auch das an die Inflation angepasste Zinsniveau sehr viel schneller stiegen als die Mieteinnahmen.

Viele Wohnungseigentümer, die ihre Bankkredite nicht mehr bedienen konnten, verloren ihr Eigentum in Zwangsversteigerungen. Profiteure waren die so genannten “Raffkes”, pfiffige Geschäftsleute wie Hugo Stinnes, die noch über Kreditlinien verfügten, dafür Firmen und andere Sachwerte erwarben und die Kredite hinterher mit immer wertloseren Banknoten beglichen.

Inflation, Immobilie und Mieteinnahmen

Für die Immobilienbesitzer war in der Krise somit entscheidend wie es um ihre Mieteinnahmen oder sonstigen Verdienstquellen bestellt war und in welcher Höhe die Häuser und Wohnungen noch mit Bankkrediten belastet waren.

Dieser Punkt wird sich auch in einer zukünftigen Krise kaum wesentlich anders darstellen, mag die Krise nun als Hyperinflation oder “nur” als normale Inflation daherkommen.

Schulden können sich für die Immobilie sehr schnell als eine Art Sprengstoff erweisen, deshalb macht es durchaus Sinn, beizeiten zu tilgen, auch wenn die hierzulande so beliebten Steuersparmodelle einen anderen Weg wählen und die Schulden, um sie steuerlich gegenrechnen zu können, möglichst lange hoch halten.

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Die Gefahr liegt darin, dass die Krise die zur Gegenfinanzierung abgeschlossenen Sparformen wie Bausparverträge oder Lebensversicherungen zerstört, während die Schulden auf dem Haus bleiben.

Aber: Forschungsergebnis bestätigt Inflationsschutz mit Immobilien

Hintergrund für steigende Immobilienpreise ist die Geldschwemme, die wir zum wiederholten Male in der Geschichte erleben. Mehr Geld lässt mittelfristig schlicht die Nachfrage steigen und über diesen Mechanismus die Preise. Immobilien schützen daher theoretisch vor der Inflation. Praktisch auch, wie wir Ihnen hier zeigen können.

Nach den Daten der Uni Freiburg haben Immobilien die Inflationsfolgen aufgefangen. Das ist genau der Schutz, den Anleihen nicht bieten – daher sind und bleiben Immobilien ein Investment wert. Aber das ist noch nicht alles.

Rendite bei Immobilien künstlich niedrig gehalten

Die Rendite ist nämlich künstlich herruntergerechnet. Wer eine Immobilie selbst bewohnt, spart einfach die Miete. Nur 600 Euro Nettoersparnis entsprechen bei einer Rücklage von 100 Euro und einem Steuersatz von 50 Prozent etewa 850 Euro Bruttoeinkommen.

Das sind 10.000 Euro im Jahr. Bei einem Immobilienpreis zwischen 200.000 und 300.000 Euro sind das zwischen 3,3 und 5 Prozent zusätzlicher Rendite.

Allen Unkenrufen zum Trotz bleiben Immobilien, sofern selbst genutzt, ein erstklassiger Inflationsschutz. Investieren Sie in der ein oder anderen Form (zum Beispiel auch in Immobilienaktien), werden Sie der kommenden Inflationskatastrophe entgehen.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.