Immobilien sind gefragter denn je

Die Finanzkrise, die Konflikte in der Ukraine, Syrien und dem Nahen Osten sowie der mögliche Griechenland-Austritt aus der europäischen Währungsunion haben die Anleger verunsichert.

Sachwerte sind gefragter denn je. Immobilien stellen immer noch eine der beliebtesten Anlagemöglichkeiten dar. Die starke Nachfrage treibt die Preise in die Höhe.

In Deutschland sind Immobilien in Toplagen mittlerweile schon zu teuer oder bereits vergriffen. Doch nach einer neuen Studie von Ernst & Young hat die Nachfrage trotz der schwierigen Angebotssituation nicht abgenommen, sondern sich sogar noch verstärkt. Dabei werden entweder höhere Preise oder schlechtere Lagen in Kauf genommen.

Zugleich flutet die expansive Geldpolitik der Zentralbanken die Märkte mit billigem Geld. Mit Sparbüchern oder Tagesgeldkonten lässt sich kein Geld verdienen. Deshalb entscheiden sich auch immer mehr Privatanleger für Immobilien als vermeintlich lukrative Anlagealternative.

Erste Anzeichen einer Blasenbildung sind schon zu erkennen

Risikofaktoren sind die Preiserhöhungen auf dem Wohnimmobilienmarkt, die steigende Verschuldung und die Lockerung der Bedingungen für die Kreditvergabe. Die Banken wurden bereits dazu aufgerufen, private Immobilienkredite sorgfältig zu kontrollieren und nur unter verschärften Bedingungen herauszugeben.

Für die professionellen Immobilienkonzerne stellen die derzeitigen Marktbedingungen eine ernst zu nehmende Herausforderung dar.

Allerdings bieten sich auch günstige Gelegenheiten, um aus der schwierigen Situation gestärkt hervorzugehen. Intershop Immobilien Schweiz und TAG Immobilien haben mit vergleichbaren Problemen zu kämpfen.

In den Schweizer Großstädten wie Genf oder Zürich besteht durch den Bau-Boom ein Überangebot an Gewerbeimmobilien. Intershop musste bereits mit Mietpreissenkungen reagieren.

Zudem ist ein Großmieter abgesprungen. Das sorgte für einen Umsatzrückgang von knapp 5%. Für TAG sieht es in Deutschland nicht besser aus, aber der Konzern hat sich schon frühzeitig umorientiert und den operativen Fokus auf das Wohnimmobiliengeschäft verlagert.

Die Gewerbeimmobilien wurden dagegen an eine Tochtergesellschaft ausgegliedert oder an verschiedene Finanzinvestoren veräußert. Allein Apollo Global kaufte für knapp 300 Mio € Liegenschaften in ganz Deutschland. Mit dem frischen Geld möchte TAG großstadtnahe Wohnungen kaufen.

Bei Deutsche EuroShop hat sich das breit diversifizierte Immobilienportfolio dagegen ausgezahlt. Auch bei den Gewerbeimmobilien lief es rund. Die Vermietung von Ladenlokalen hat sich als profitabel erwiesen. Dabei überzeugt EuroShop vor allem mit seiner geringen Leerstandsquote. Nahezu alle Objekte sind vermietet.

Allerdings sieht es für die Zukunft schlechter aus. Neben dem Online-Shopping-Boom wirken sich hohe Sonderbelastungen für Modernisierungsarbeiten negativ auf die Ergebnisse aus. Auch in China kann man schon lange nicht mehr von einem Wirtschaftswunder sprechen.

Cheung Kong hat zwar mit einem Umsatzplus von 51% und einem Gewinnplus von fast 60% hervorragende Ergebnisse erzielt, allerdings sind diese auf die Mehrheitsbeteiligung am Konglomerat Hutchison Whampoa zurückzuführen. Das klassische Immobiliengeschäft in China wirft dagegen kaum noch Gewinne ab.

16. Februar 2015

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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