Immobilien-Warnung: Grundsteuer wird sich massiv verteuern

Sollte die Grundsteuer schon bald massiv steigen, wären Immobilienbesitzer die Verlierer und ein massiver Preisverfall möglich. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Nun beschäftigt sich das Bundesverfassungsgericht mit der Grundsteuer, also der Steuer, die Eigentümer von Grundstücken und Immobilien in Deutschland zu zahlen haben. Anstoß dazu gab ein Beschluss des Bundesfinanzhofes aus dem Jahr 2014, die Grundsteuer auf ihre Verfassungsmäßigkeit überprüfen zu lassen. Insbesondere halten die obersten Finanzrichter die bisherige Grundsteuererhebung für verfassungswidrig, weil sich die tief greifenden Veränderungen im Gebäudebestand und auf dem Immobilienmarkt nicht in den Einheitswerten niedergeschlagen.

Bisher richtet sich die Grundsteuer nach den Einheitswerten von 1964 im Westen und 1935 im Osten. Diese Einheitswerte sind im Vergleich zu den realen Werten der Grundstücke und Immobilien viel zu niedrig und sollen deshalb erhöht werden.

Massiver Grundsteuer-Anstieg wird befürchtet

In Zukunft soll sich die Grundsteuer nach dem realen Wert richten, der bei Grundstücken aus dem letzten Verkauf in einer Gegend und bei Immobilien nach deren wirklichem Wert ermittelt werden soll. Damit werden sich für Grund- und Immobilienbesitzer massive Erhöhungen der Grundsteuer von bis zum 30- oder gar 50-fachen des jetzigen Betrags ergeben.

Zwar kann die Grundsteuer heut noch auf die Mieter umgelegt werden, allerdings gehe ich davon aus, dass diese Möglichkeit schon bald eingeschränkt wird, da Mieter in Deutschland oftmals heute schon kaum noch zahlungsfähig sind.

Das bestätigt meine Erwartung, dass gerade Immobilien in Zukunft massiv besteuert werden. Nichts ist dem Zugriff des Staates so schutzlos ausgeliefert wie gerade Immobilien und Grundstücke, da sie fest im Grundbuch eingetragen sind. Während Sie Geldvermögen ins Ausland transferieren oder sogar verstecken können, sind Sie bei Immobilien „immobil“ und auf Gedeih und Verderb an den Staat und dessen Wohlwollen gebunden.

Andere Krisenländer haben hohe Belastungen auf Immobilien schon eingeführt

Erfahrungen aus Krisenländern wie Griechenland zeigen, dass der Staat besonders in Krisenzeiten von dieser leichten Besteuerungsmöglichkeit massiven Gebrauch macht. Sie müssen dann mit kräftigen Abgaben rechnen. Zudem zeigt die jetzt drohende massive Erhöhung der Grundsteuern schon, wohin die Entwicklung geht.

Nach einem Crash hindert den Staat dann niemand mehr daran, diese Steuern noch weiter zu erhöhen. Ein Weiterreichen an die Mieter wird dann unterbunden, da bei diesen schlicht schon heute nichts mehr zu holen ist. Außerdem ist Reichtum nach Angaben der Deutschen Bundesbank zumeist an Immobilien gebunden.

Deshalb rate ich Ihnen dringend: Halten Sie sich von der Immobilienspekulation fern. Außer dem Eigenheim sollten Sie alle Immobilieninvestments strikt meiden. Die Gefahr einer massiven Besteuerung ist viel zu groß. Zudem sind nach einer solchen Sonderbelastung für Immobilien diese faktisch kaum noch zu verkaufen, da sich dann niemand mehr so eine Belastung „ans Bein binden“ will. Spätestens dann drohen ein kräftiger Verfall der Immobilienpreise und ein Platzen der Immobilienblase.

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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.