Immobilienaktien: Kommt jetzt die Mega-Übernahme?

Der deutsche Immobilienmarkt nimmt immer mehr an Fahrt auf. Das erleben Sie sicherlich auch in vielen Regionen Deutschlands hautnah mit. Immer häufiger habe ich beispielsweise in Köln direkte Anschreiben von Maklern im Briefkasten, die händeringend auf der Suche nach neuen Objekten sind.

In einer Einkaufsstraße hier um die Ecke hat sich die Zahl der Maklerbüros innerhalb der vergangenen zwei Jahre massiv gesteigert. Sobald ein Ladenlokal leer steht, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass dort wieder ein neuer Immobilienmakler einzieht.

Köln ist hier sicherlich ein außergewöhnliches Beispiel. Doch insgesamt stehen Immobilien in Deutschland hoch im Kurs – das zeigen auch die stetig steigenden Preise.

Immobilien und Börse sind auch schon seit geraumer Zeit ein großes Thema. Immobilienaktien gehörten gerade in der ersten Jahreshälfte zu den großen Gewinnern am deutschen Aktienmarkt. Der Boom bei Immobilien spiegelte sich hier auch bei den dementsprechenden Aktien wieder.

Einen wahren Ritterschlag erlebte erst vor wenigen Wochen Vonovia. Das Unternehmen firmierte bis vor kurzem noch unter dem Namen Deutsche Annington und notierte im MDAX. Doch kurz nach der Umbenennung in Vonovia gelang dem größten deutschen Immobilienunternehmen bei Wohnungen der Sprung in den DAX.

Vonovia will weiter wachsen – kann das gelingen?

Jetzt will Vonovia weiter wachsen. Das nächste Ziel ist die Deutsche Wohnen. Damit würde Vonovia nach der Übernahme der GAGFAH, die erst kürzlich abgeschlossen wurde, seine führende Marktstellung in Deutschland weiter ausbauen.

An der Börse wird dieser Deal zunächst einmal kritisch gesehen. Vonovia-Aktien gaben nach der Bekanntgabe der Übernahmepläne erst einmal deutlich nach.

Ob dieser Deal nun tatsächlich über die Bühne geht oder nicht: Das Signal hinter diesem Übernahmeangebot ist deutlich. Der deutsche Immobilienmarkt bleibt spannend und bietet noch Potenzial für Übernahmen und Zusammenschlüsse. Allerdings kann es bei dieser möglichen Übernahme auch sein, dass die Kartellbehörden hier einen Riegel vorschieben.

Schon jetzt verwaltet Vonovia im Portfolio mehr als 380.000 Wohneinheiten in ganz Deutschland. Mietervereinigungen kritisieren schon seit längerer Zeit die deutliche Konzentration dieser großen Immobiliengesellschaften. Dennoch stehen die Ampeln auf dem deutschen Immobilienmarkt weiter auf grün.

15. Oktober 2015

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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