Immobilienblase: DIW warnt vor Übertreibungen bei den Immobilienpreisen

Die Immobilienpreise in Deutschland legen immer weiter zu. Das birgt auch Gefahren, die Sie kennen sollten. (Foto: kurhan / Shutterstock.com)

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat jetzt in einer Studie die Immobilienpreisentwicklung in den 20 wichtigsten OECD-Staaten untersucht. Ergebnis ist, dass sich hier immer mehr Spekulationsblasen auftun. Das gilt vor allem für Großbritannien, Portugal und Schweden.

Doch auch in Deutschland explodieren die Immobilienpreise. Zwar gibt es hier nach der Studie weniger Risiken bei der Kreditvergabe, doch wird klar darauf hingewiesen, dass auch in Deutschland ein großer Teil des Preisanstiegs auf dem Immobilienmarkt seit 2010 nur auf die erhöhte Nachfrage aufgrund der stark gesunkenen Zinsen zurückzuführen ist.

Das Risiko dabei ist, dass bei einem wieder steigenden Zinsniveau die Nachfrage nach Immobilien dann weitaus drastischer einbrechen wird als in anderen Staaten. Das führt dann zu stark fallenden Immobilienpreisen. Die Studie weist ausdrücklich darauf hin, dass, wenn der Immobilienwert die Kredithöhe nicht mehr abdeckt, der Kreditnehmer als überschuldet gilt und die betroffenen Banken dann mit Fehlbewertungen zu kämpfen hätten.

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Gefahr aus Missverhältnis von Immobilienpreisen und Mieten

Der zweite Punkt, der auf eine Preisblase hindeutet, ist nach der Studie das Missverhältnis zwischen Immobilienpreisen und Mieten. Seit dem Jahr 2010 sind die Immobilienpreise um 20 Prozent stärker gestiegen als die Mieten, was zu einer immer geringeren Mietrendite führt. Das bedeutet, dass die Käufer heute Immobilien nicht mehr wegen der zu erwartenden Mieterlöse kaufen, sondern nur noch, weil sie mit noch höheren Preisen rechnen, was ein klares Zeichen für eine Spekulationsblase ist.

Ich sehe das ähnlich. Wenn sich an den gegenwärtigen Umständen aus Niedrigzinsen und boomender Wirtschaft nur geringfügig etwas ändert, dann werden die Immobilienpreise sehr schnell und heftig abstürzen. Dazu kommt die Gefahr, dass der Staat in der nächsten Finanzkrise besonders Immobilienvermögen belasten wird, weil der Großteil des deutschen Vermögens hier angelegt ist und zudem Immobilien im Gegensatz zu anderen Anlageformen weder vor dem gierigen Staat versteckt, noch ins sichere Ausland transferiert werden können.

Für Sie ist das ein weiterer Grund dafür, warum Sie sich außer dem Eigenheim aus dieser gefährlichen Blase völlig heraushalten sollten. Immobilien sind für Sie kein Krisenschutz, sondern im Gegenteil eine große Gefahr und ein unkalkulierbares Risiko in der nächsten Finanzkrise. Nicht umsonst waren gerade Immobilien in der Finanzkrise 2008 der Auslöser für die Krise und nicht die Rettung davor.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.