Immobilienblase: Immer weniger Deutsche können sich Wohneigentum leisten

Die Preise für Immobilien steigen schneller als die Einkommen – damit werden Immobilien für immer mehr Deutsche unerschwinglich. (Foto: kurhan / Shutterstock.com)

Kaum eine Anlageklasse bietet so viele Risiken wie der Kauf von Immobilien. Doch die Gefahren werden bei der allgemeinen Euphorie rund um das Beton-Gold gerne verdrängt. Daher lohnt es sich ganz besonders, Sie hier noch einmal auf die Gefahren aufmerksam zu machen – auch weil von offizieller Seite immer wieder für Immobilien als Anlageklasse geworben wird.

Der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, Vítor Constâncio, übte jetzt Kritik an den Deutschen, weil sie seiner Meinung nach trotz Niedrigzinsen zu wenig Immobilien kaufen würden. Deutschland sei in Europa das Land mit der geringsten Immobilieneigentumsquote. Während in anderen Ländern die niedrigen Zinsen zu vermehrten Immobilienkäufen genutzt würden, wäre das in Deutschland nicht der Fall.

Doch diese Kritik des EZB-Vizepräsidenten geht meiner Ansicht nach ins Leere, denn Immobilien sind gerade in Deutschland extrem überteuert. Kaum ein Normalverdiener kann sich heute solche extremen Preise überhaupt noch leisten. Genau das belegt auch eine aktuelle Studie des Bundesverbands der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

Danach sind die Immobilienpreise im letzten Jahr mit 5,4 Prozent noch stärker gestiegen als schon in den Vorjahren. In den sechs größten Städten betrug der Anstieg sogar fast 12 Prozent. Damit sind die Preise in den letzten Jahren um 55 Prozent stärker gewachsen als die Einkommen der Haushalte, weshalb Immobilien für die meisten Menschen immer unerschwinglicher werden.

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Einkommen legen kaum zu – Immobilienpreise explodieren aber

Diese Scherentwicklung zwischen explodierenden Immobilienpreisen und zurückbleibenden Einkommen in Deutschland zeigt mir deutlich, dass es sich hier um eine Blase handelt. Diese Blase wird zwangsläufig platzen, weil sich bei weiter steigenden Preisen schlicht immer weniger Menschen eine Immobilie leisten können. Dann kommt es sehr schnell zu einem Nachfragemangel und einem plötzlichen Preiseinbruch, der Zwangsverkäufe und damit weitere Preiseinbrüche bei Immobilien nach sich zieht.

Kommt es gar – wie ich befürchte – in einer neuen Finanzkrise zu Zwangsabgaben auf Immobilien, wird diese Anlageklasse sehr schnell völlig unattraktiv und die Preise fallen ins Bodenlose. Denn wenn auf Immobilien Zwangsabgaben erhoben werden, dann will sich niemand mehr mit so einem „Klotz am Bein“ belasten und die Preise fallen noch weiter.

Deshalb bleibe ich bei meinem Ratschlag an Sie: Außer dem Eigenheim sollten Sie auf weitere Immobilieninvestments verzichten. Es macht keinen Sinn, in eine Preisblase einzusteigen. Zudem sind Sie mit Immobilien auf Gedeih und Verderb auf das Wohlwollen des Staates angewiesen, der nach Belieben Ihre Immobilie mit Zwangsabgaben belegen kann, ohne dass es Ihnen möglich ist, diesen entgehen.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.