Immobilienblase: Immobilienkäufe steigen 2017 erneut um 9 Prozent an

Die Preise am deutschen Immobilienmarkt steigen – und auch das Verkaufsvolumen legt deutlich zu. Das zeigt ganz klar eine Verschärfung an. (Foto: kurhan / Shutterstock.com)

Die Blase am deutschen Immobilienmarkt bläht sich immer weiter auf. Das zeigen auch aktuelle Daten zum Verkaufsvolumen. Nach Angaben des Arbeitskreises der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte wechselten letztes Jahr in Deutschland Immobilien im Wert von 250 Milliarden Euro den Besitzer.

Das waren ganze 9 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Das Angebot sei knapp und angesichts von Niedrigzinsen setzten Anleger immer mehr auf Immobilien als gewinnbringende Anlage. Sorgen vor einem Kollaps seien jedoch nach Ansicht der Gutachter unbegründet.

Das sehe ich allerdings völlig anders: Wenn die Preise für Immobilien immer weiter nach oben gehen und damit auch die Umsätze ständig zunehmen, dann handelt es sich um eine Blase. Diese erkennt man meiner Ansicht nach am besten daran, wenn ein Anlageobjekt schneller im Preis steigt als die reale Wirtschaft und vor allem die Löhne wachsen.

Denn wenn die verfügbaren Netto-Löhne stagnieren, aber die Immobilienpreise explodieren, führt das zwangsläufig dazu, dass sich immer weniger Menschen ein Wohnobjekt leisten können. Solch eine Entwicklung kollabiert zwangsläufig früher oder später.

In der nächsten Finanzkrise sind Immobilienbesitzer besonders betroffen

Wenn es zu einer neuen Finanzkrise kommt, werden Immobilieneigentümer mit die größten Verlierer sein. Das war nicht nur in der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre, der Argentinienkrise im Jahr 2001 und der Finanzkrise 2008 so, sondern es wird auch in Zukunft der Fall sein. Denn wenn in einer Krise die Arbeitslosigkeit steigt, dann können immer weniger verschuldete Immobilienbesitzer ihre Kredite tilgen und es kommt zu Zwangsversteigerungen.

Durch das auf diese Weise steigende Angebot werden die Preise immer weiter nach unten gedrückt. Die jetzt weltweit erneut massiv gestiegenen Immobilienpreise zeigen nur, wie angespannt die Lage schon wieder ist.

Sie sehen: Immobilien sind alles andere als eine Krisenvorsorge. Vielmehr gehört diese Anlageform in den meisten Krisen zu den größten Verlierern. Zudem sollten Sie auch heute nie dort investieren, wo sich die Masse der Anleger tummelt und sich deshalb eine Blase bildet.

Für Sie ist es weit besser, dass Sie – abgesehen vom Eigenheim – die Finger von dieser Spekulation lassen und sich lieber mit mobilen und liquiden Werten wie Fremdwährungen und Edelmetallen eindecken. Das bietet Ihnen vor allem die in der Krise so wichtige Flexibilität  -denn mit Immobilien sind Sie gerade nicht flexibel.

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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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