Immobilienblase: Laut Bundesbank sind Immobilien um 30 Prozent überbewertet

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Nach den Großstädten haben auch die kleineren Städte jetzt massive Preiszuwächse bei Immobilien. Ganz klar: Die Blase in diesem Segment weitet sich aus. (Foto: Scanrail1 - Shutterstock.com)

In den vergangenen Jahren hat der deutsche Immobilienmarkt einen regelrechten Boom erlebt. Die Preise sind zunächst vor allem in den großen Metropolen gestiegen. Dabei hat es beispielsweise in Teilen Münchens eine Verdopplung der Immobilienpreise in nur wenigen Jahren gegeben. Wer da immer noch davon spricht, dass wir keine Immobilienblase erleben, muss mir dann aber bitte auch einmal erklären, was für ihn denn eine Immobilienblase ist.

Doch nach den Metropolen hat sich der enorme Preisanstieg auch viele kleinere Städte ausgeweitet – und das hat jetzt auch die Deutsche Bundesbank in einem aktuellen Bericht noch einmal festgestellt und auch das Ausmaß der Überbewertungen genau beziffert.

So hat die Deutsche Bundesbank kürzlich wieder vor den steigenden Immobilienpreisen in Deutschland gewarnt. Nach ihren Angaben haben sich allein im ersten Quartal 2019 zum Vorjahresquartal die Preise für Eigentumswohnungen in den sieben größten deutschen Städten um nochmals fast 9 Prozent erhöht. Inzwischen hat sich dieser Boom auch auf kleinere Städte und sogar ländliche Regionen ausgebreitet, wo sich der Preis für Häuser in diesem Zeitraum um über 4 Prozent erhöht hat. Die Bundesbank geht von einer Überbewertung der Immobilienpreise von 30 Prozent in den Städten aus.

Auch wenn gebetsmühlenartig behauptet wird, Deutschland habe keine Immobilienblase, so ist es für mich eben doch eine Blase, weil die Preissteigerungen auf dem Immobilienmarkt in keiner Weise im Einklang mit den Einkommenssteigerungen der meisten Haushalte stehen. Das bedeutet, dass es für die meisten Menschen immer schwerer wird, eine Immobilie zu kaufen. Solch eine Blase wird zwangsläufig aufgrund sinkender Kaufmöglichkeiten platzen.

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Dazu kommt, dass der Immobilienboom zum Großteil an den Niedrigzinsen hängt. Nur durch die derzeitig historisch niedrigen Zinsen wird das Kapital in spekulative Anlagen wie Immobilien oder Aktien getrieben. Die Anleger rechnen dabei damit, dass der Preisanstieg so weitergeht wie in den letzten Jahren. Doch genau das ist der Fehler.

Es wird nicht so weitergehen, denn eine Faustregel besagt, dass eine Zinserhöhung von nur 1% zu einem Absturz der Immobilienpreise von 16 Prozent führt. Wenn also die Zinsen um 3% steigen ist mit einem Einbruch der Immobillienpreise um fast die Hälfte zu rechnen. Bei einem drastischen Zinsanstieg um 5% sind schon Preiseinbrüche am Immobilienmarkt von bis zu 80% möglich.

Mit anderen Worten: Wenn in der nächsten Finanzkrise die Zinsen bedingt durch steigende Unsicherheiten und Risikozuschläge zum Zins steigen, dann werden die Immobilienpreise sofort massiv einbrechen. Deshalb rate ich Ihnen, außer dem Eigenheim auf weitere Immobilieninvestments zu verzichten.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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