Immobilienblase: Schweizer Nationalbank warnt vor Immobiliencrash

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Auch in der Schweiz steigen die Immobilienpreise immer weiter an. Dort warnt nun sogar die Nationalbank vor einer Immobilienblase. (Foto: kurhan / Shutterstock.com)

Parallel zu den explodierenden Immobilienpreisen in Deutschland steigen diese auch in der Schweiz immer mehr an. Während jedoch bei uns gebetsmühlenhaft eine Blase am Immobilienmarkt geleugnet wird, warnte jetzt die Schweizer Nationalbank (SNB) ganz offen vor einem Immobiliencrash wegen der dortigen Blase, wenn die Zinsen wieder ansteigen.

Hintergrund der Warnung ist ein neuer Rekordwert bei den Hypotheken in der Schweiz von jetzt über 1.000 Milliarden Franken. Der SNB-Vize Fritz Zurbrügg weist dabei auch auf den Rekordstand beim Verhältnis des Anstiegs der Einkommen zum aufgenommenen Kreditvolumen hin. Das heißt, dass die Immobilienpreise deutlich stärker steigen als die Einkommen, und dass das Verhältnis zwischen der für den Immobilienkauf nötigen Kreditsumme und den verfügbaren Einkünften regelrecht explodiert. Sobald hier die Zinsen steigen, können immer mehr Immobilienbesitzer ihre Zinslast nicht mehr tragen und gehen Bankrott.

Zwar ist in Deutschland das Kreditvolumen nicht ganz so stark gewachsen wie in der Schweiz, doch haben wir das gleiche Missverhältnis von nur moderat steigenden Einkommen zu regelrecht explodierenden Immobilienpreisen. Auch hier werden die Kredite beim Immobilienkauf immer höher und die Zinslasten können momentan nur deshalb noch getragen werden, weil die Zinsen auf einem Rekordtief sind. Jede Zinserhöhung macht hier vielen Erwerbern jedoch sofort einen Strich durch die Rechnung.

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In einer Krise kann der Kreditvertrag einfach gekündigt werden

Was die meisten auch nicht wissen: Auch wenn der Kredit weiter bedient wird, kann die Bank den Kreditvertrag jederzeit kündigen, wenn die Immobilienpreise in einer Krise fallen. Sobald der Wert der Immobilie den Kreditbetrag nicht mehr absichert, und der Hypothekenschuldner kann keine adäquaten anderen Sicherheiten stellen, hat die Bank die Möglichkeit, selbst langlaufende Verträge zu kündigen und das Objekt einer Zwangsversteigerung zuzuführen. Kommt es in größerem Umfang dazu, werden diese Zwangsverkäufe dann zu weiter fallenden Immobilienpreisen am Markt führen.

Deshalb bleibe ich bei meiner Empfehlung an Sie: Außer dem Eigenheim sollten Sie sich komplett aus dem Immobilienmarkt heraushalten. Immobilien bringen Ihnen keine Krisensicherheit. Stattdessen verstärken sie noch die Gefahr, in einer Krise erhebliche Vermögensverluste zu erleiden, weil gerade dann die Immobilienpreise am stärksten einbrechen.

Deshalb sollten Sie heute nicht das machen, was die Masse macht, sondern gerade jetzt Ihr Pulver trocken halten. Man steigt nicht in Anlageformen ein, wenn sie auf einem Rekordhoch notieren, sondern dann, wenn sie in einer Krise günstig zu haben sind. Das gilt allerdings nur für Aktien, keinesfalls aber für Immobilien.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.