Immobilienpreise steigen weiter stark an

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Die niedrigen Zinsen sorgen für steigende Preise. Langfristig erscheinen Gewerbeimmobilien sicherer als Wohnimmobilien, da die Renditen höher sind. (Foto: Andrey Popov / shutterstock.com)

Aufgrund der aktuellen Niedrigzinspolitik und der guten wirtschaftlichen Gesamtsituation fließt immer mehr Geld in den Immobilienmarkt. Das Investitionsvolumen aller Immobilienarten stieg allein zwischen 2016 und 2018 um 13,3% auf 269 Mrd. €, was dem höchsten Stand seit 2009 entspricht. Mit 28% des bundesweiten Geldumsatzes liegen die Gewerbeimmobilien immer noch hinter den Wohnimmobilien zurück.

Die Geldumsätze der bebauten Gewerbeimmobilien kletterten seit 2009 um 8,6% pro Jahr auf 71,6 Mrd. €. Die Zahlen der Transaktionen sind jedoch seit 2009 rückläufig. Mit 74 Tsd. Transaktionen ist dies der niedrigste Wert. Mit 32% des Geldumsatzes sind Handelsgebäude weiterhin das umsatzstärkste Segment, gefolgt von Bürogebäuden mit 28%. Langfristig erscheinen Gewerbeimmobilien sicherer als Wohnimmobilien, da die Renditen höher sind.

Digitalisierung im Facility Management

Mittlerweile ist die Digitalisierung auch in der Immobilienwirtschaft unumgänglich, und die Unternehmen müssen sich rüsten, um den Anschluss nicht zu verpassen. Moderne Technologien können das Gebäudemanagement unterstützen und wirtschaftlicher gestalten, beispielsweise bei der Steigerung der Flächenauslastung oder komfortableren Nutzung von Wohn-, Büro- und Freizeitimmobilien. Mithilfe digitaler Vernetzung bietet dieser Trend einen Mehrwert für Nutzer und Immobilen- Bewirtschafter.

Auch die PATRIZIA AG geht mit diesem Zeitgeist. Der Konzern erweitert nicht nur den Vorstand um einen CDO (Chief Digitalisation Officer), sondern tätigte auch mehrere strategische Beteiligungen in diesem Bereich. Einerseits holt es sich mit einer Beteiligung an Cognotekt Know-how im Bereich künstliche Intelligenz.

Andererseits beteiligt sich das Unternehmen am Zertifizierungs- Unternehmen WiredScore. Mithilfe der Zertifizierungen von WiredScore können Vermieter die digitale Infrastruktur der Immobilien analysieren und aufwerten. PATRIZIA wird aktiv mit WireScore zusammenarbeiten und möchte so eine Wertsteigerung der Immobilien mithilfe des digitalisierten Gebäudemanagements erreichen.

Änderungen am Berliner Wohnungsmarkt

Als erstes Bundesland in Deutschland will Berlin einen Mieterhöhungsstopp für 5 Jahre festlegen. Thema ist das schon länger, aber beschlossen wurde noch nichts. Der ein oder andere Vermieter hat zu Jahresbeginn in Berlin vorsichtshalber die Mietpreise zusätzlich erhöht. Denn die Regierung will im 1. Quartal den heiß diskutierten Mietpreisdeckel beschließen. Ziel ist es, dass sich die Mieten in Berlin jeder leisten kann.

Rund 1,5 Mio. Haushalte sollen mit 2,5 Mrd. € entlastet werden, so die Regierungsprognosen. Für die Immobiliengesellschaften mit Objekten in Berlin hat das einen bitteren Nachgeschmack. Zusätzlich sollen die Wohnungskäufer durch eine Neuregelung bei Maklerprovisionen entlastet werden. Künftig sollen sich Verkäufer und Käufer die Provision teilen.

Die Accentro Real Estate konnte dafür aus dem Wohnungsmangel und dem noch nicht beschlossenen Mietpreisdeckel in Berlin Profit schlagen. Das Unternehmen konnte eine zuvor modernisierte Wohnanlage mit rund 260 Wohnungen im Umland Berlins an einen institutionellen Investor verkaufen. Die Bauindustrie boomt besonders in Brandenburg. Der geplante Mietpreisdeckel und der Fabrikbau des US-Elektroautoherstellers Tesla kurbeln den Wohnungsbau im Speckgürtel an.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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