Immofinanz: Unterbewerteter Immobilien-Konzern aus Österreich

Lesen Sie in diesem Artikel von Rolf Morrien, warum er den österreichischen Immobilien-Konzern Immofinanz derzeit für unterbewertet hält: (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Ich berichte hier zwar schwerpunktmäßig über deutsche Unternehmen, doch immer wieder stelle ich Ihnen auch solche aus unseren Nachbarländern Österreich und der Schweiz vor.

An dieser Stelle möchte ich über einen österreichischen Konzern berichten, über den ich an dieser Stelle zuletzt im Jahr 2015 geschrieben habe. Es handelt sich dabei um Immofinanz.

Immofinanz im Kurzportrait

Immofinanz ist ein österreichischer Immobilien-Konzern mit den Schwerpunkten Einzelhandel und Büro in 7 Kernmärkten in Europa:

  1. Österreich,
  2. Deutschland,
  3. Tschechien,
  4. Slowakei,
  5. Ungarn,
  6. Rumänien
  7. und Polen.

Das Unternehmen besitzt ein Immobilien-Vermögen von rund 4,1 Mrd. €, das sich auf mehr als 240 Objekte verteilt, und ist an der Börse in Wien im österreichischen Leitindex ATX gelistet.

Da Immofinanz erst Ende November 9-Monats-Zahlen vorlegt, möchte ich jetzt kurz auf einige Eckdaten der Halbjahres-Zahlen eingehen.

Im Anschluss daran werde ich Ihnen schließlich erläutere, was an dem österreichischen Konzern so besonders ist.

Immofinanz hat zuletzt das Firmenergebnis signifikant auf 105,3 Mio. € gesteigert (Vorjahr: -243,3 Mio. €).

Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen (also exklusive Russland) beläuft sich auf 113,1 Mio. € nach zuvor -123,9 Mio. €.

 Auch das Finanz-Ergebnis verbesserte sich deutlich von -58,0 auf +104,4 Mio. €.

Das ist v. a. eine Folge positiver Bewertungs-Effekte bei den Beteiligungen an CA Immo und Buwog (beides sind ebenfalls österreichische Immobilien-Firmen).

Was Immofinanz so besonders macht

Das Unternehmen besitzt auch noch Immobilien in Russland.

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Vor einigen Jahren war das Land noch ein absoluter Geheimtipp für Immobilien-Investoren (steigende Kaufkraft in Russland).

Durch den Ausbruch der Krim-Krise und den damit verbundenen Handels-Sanktionen ist das Russland-Portfolio von Immofinanz plötzlich eine Kursbremse für die Immofinanz-Aktie geworden.

Daher will die Firma ihr Russland-Portfolio verkaufen. Im Oktober veröffentlichte das Unternehmen dazu folgende Meldung:

„Die Immofinanz AG teilt mit, dass sie nunmehr mit einem Bieter für ihr Moskauer Einzelhandels-Immobilien-Portfolio in fortgeschrittenen Gesprächen steht.“

Und weiter:

„Es ist aus heutiger Sicht unverändert geplant, die Abgabe des Russland-Portfolios bis Ende 2017 abzuschließen.“

Zur geplanten Fusion mit CA Immo

Sobald das Russland-Portfolio verkauft ist, will Immofinanz im nächsten Schritt mit dem österreichischen Konkurrenten CA Immo fusionieren.

Aus dieser Fusion würde ein Immobilien-Konzern entstehen, der in Europa kaum zu übersehen wäre.

Die Fusion hätte aus meiner Sicht gleich 2 Vorteile:

  1. lassen sich in der Immobilien-Branche relativ schnell Synergie-Potenziale heben (Abbau doppelter Kosten-Strukturen etwa in der Verwaltung),
  2. würde die neue Größe (fast 7 Mrd. € Immobilien-Besitz) neue Investoren anlocken.

Sowohl der Verkauf des Russland-Portfolios als auch die im Anschluss daran geplante Fusion mit CA Immo würden sich wertsteigernd auf die Immofinanz-Aktie auswirken.

Daher sollten Sie das Papier im Auge behalten. Weitere Informationen zu Immofinanz finden Sie in meinem Börsendienst „Depot-Optimierer“.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.