Immun- und Gentherapien sind äußerst rentabel

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Aussichtsreiche Investments sind Konzerne, die sich dem Kampf gegen Krebs, seltene Krankheiten und Erkrankungen des zentralen Nervensystems verschrieben haben. (Foto: lucarista / shutterstock.com)

Zu den aussichtsreichen Unternehmen, die sich dem Kampf seltene Krankheiten und Erkrankungen des zentralen Nervensystems verschrieben haben, gehören Bristol-Myers Squibb und Novartis.

Bristol-Myers Squibb hatte einen gelungenen Jahresstart

Der Umsatz stieg um 14% und der Gewinn um 15%. Stark gefragt waren das Krebsmedikament Opdivo und der Blutverdünner Eliquis. Deren Umsätze stiegen insgesamt um 23,5% auf 3,73 Mrd. $. Aber auch Sprycel, Yervoy, Orencia und Empliciti überzeugten mit Zuwächsen.

Für mehr Aufsehen sorgte aber die geplante Celgene-Übernahme. Die Celgene-Aktionäre erhalten pro Anteilsschein eine Bristol-Myers Squibb-Aktie, 50 $ in bar sowie weitere 9 $ pro Aktie, falls 3 Celgene-Medikamente in den Jahren 2020 und 2021 die US-Marktzulassung erhalten. Rechnet man noch die Schulden hinzu, muss Bristol-Myers Squibb rund 90 Mrd. $ zahlen.

Die Aktionäre beider Konzerne haben dem Deal bereits zugestimmt. Bristol-Myers Squibb Großaktionär Wellington hat sich aber wegen des hohen Preises dagegen ausgesprochen. Durch die Übernahme entsteht ein Pharmakonzern mit führenden Positionen auf den Gebieten der Krebsbekämpfung, Erkrankungen des Immunsystems und der Blutgefäße sowie Entzündungskrankheiten.

Bristol-Myers Squibb baut vor allem sein eigenes Geschäft mit Immuntherapien gegen Krebs aus

Denn in diesem Bereich hatte sich Celgene 2018 mit der Übernahme von Juno Therapeutics gestärkt. In den kommenden Monaten wollen Bristol-Myers Squibb und Celgene 6 neue Medikamente auf den Markt bringen, deren Umsatzpotenzial auf insgesamt 15 Mrd. $ geschätzt wird. Bristol-Myers Squibb verspricht sich von dem Deal aber auch Einsparungen. Bis 2022 sollen die jährlichen Kosten um 2,5 Mrd. $ gesenkt werden.

In diesem Jahr erwartet Bristol-Myers Squibb ohne Celgene ein Umsatzwachstum von rund 5% und einen Gewinn von 3,84 bis 3,94 $ pro Aktie.

Unternehmensporträt

Bristol-Myers Squibb Company ist ein weltweit tätiger Pharmakonzern. Die Produktpalette umfasst Herz-Kreislauf-Medikamente und Therapien mit Schwerpunkt Krebs- und Diabetesbehandlung. Die wichtigsten Medikamente sind Opdivo, Orencia, Eliquis und Sprycel.

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Novartis kann Markterwartungen schlagen

Novartis hat im 1. Quartal 1,7% mehr umgesetzt, aber aufgrund von Abschreibungen 12,8% weniger verdient. Das viel beachtete operative Kernergebnis stieg jedoch währungsbereinigt um 18% auf 3,25 Mrd. $. Insgesamt lagen die Zahlen leicht über den Markterwartungen.

Wachstumstreiber war die Pharma-Sparte mit einem Umsatzplus von 4,5% auf 8,78 Mrd. $. Der Umsatz mit den 20 wichtigsten Medikamenten wuchs um 4,9% auf 6,7% Mrd. $. 7 Medikamente erzielten sogar zweistellige Wachstumsraten. Am besten abgeschnitten haben Cosentyx gegen Schuppenflechte, das Herzmittel Entresto sowie die Gruppe der Krebsmedikamente. Die Generika-Tochter Sandoz meldete dagegen einen Umsatzrückgang von 7,6% auf 2,33 Mrd. $. Verantwortlich war der hohe Preisdruck in den USA.

Neue Produkte versprechen Milliardenumsätze

2019 will der Konzern mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich im weitergeführten Geschäft ohne die bereits abgespaltene Tochter Alcon abschließen. Das operative Kernergebnis soll währungsbereinigt im hohen einstelligen Prozentbereich steigen.

Tatsächlich erwarte ich einen Umsatz von 47 Mrd. $ und einen Gewinn von 8,5 Mrd. $. Voraussetzung ist jedoch, dass in den USA keine Generika von Gilenya zugelassen werden. Milliardenumsätze verspricht sich Novartis von 10 neuen Produkten, die bis 2021 auf den Markt kommen sollen. Im Mai hat Novartis bereits die US-Zulassung für eine teure Gentherapie gegen eine seltene Muskelkrankheit erhalten.

Für eine deutlich höhere Rentabilität und damit weiter steigende Kurse würde die Trennung auch von Sandoz sorgen.

Unternehmensporträt

Novartis entstand 1996 aus der Fusion von Ciba-Geigy und Sandoz und gehört heute zu den weltweit führenden Pharmakonzernen. Novartis ist in 3 Sparten tätig: Pharmazeutika (patentgeschützte Arzneimittel), Alcon (Augenheilkunde) und Sandoz (Generika).


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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