In der DAX-Krise rücken andere europäische Werte in den Fokus

Eine harte Börsenwoche liegt hinter uns. So tief wie gestern stand der deutsche Leitindex DAX-30 zuletzt im Dezember 2014. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Eine harte Börsenwoche liegt hinter uns: So tief wie gestern stand der deutsche Leitindex DAX-30 zuletzt im Dezember 2014.

Seit seinem Allzeithoch – im April 2015 stand er bei 12.374 Punkten – hat der DAX-30 rund 22% an Wert verloren.

Allein in dieser Woche steht – trotz der heutigen Aufholjagd – ein Minus von gut 3% zu Buche.

Klar ist: Das VW-Abgas-Desaster wird die gesamte deutsche Wirtschaft die kommenden Wochen beschäftigen.

Die Gefahr ist hoch, dass sich der riesige Image-Schaden, den die Wolfsburger ausgelöst haben, nicht nur auf die Auto-Branche, sondern auch auf viele weitere Bereiche der deutschen Wirtschaft ausbreitet.

Angesichts dieser aktuell eher trüben Aussichten für den deutschen Aktienmarkt wandert der Blick vieler Anleger nun ins benachbarte Ausland.

Wo finden sich hier Unternehmen, die unbelastet ein attraktives Gewinnpotenzial bieten?

Marktbeherrschende Stellung

Ein Kandidat ist beispielsweise ASML. Der weltweit führende Chip-Zulieferer erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen Rekordumsatz, der das sehr gute Vorjahres-Ergebnis in Höhe von 5,86 Mrd. € noch toppen soll.

Dennoch notiert die Aktie derzeit so niedrig wie vor 1 Jahr. Auch das 2016er Kurs-Gewinn-Verältnis (KGV) von 19 zeigt eine im Branchenvergleich niedrige Bewertung an.

Was spricht neben der guten Umsatz-Prognose noch für das niederländische Unternehmen?

Da ist zum einen seine marktbeherrschende Stellung: ASML hat einen Marktanteil von rund 65%. Zu seinen Kunden zählen alle namhaften Halbleiter-Hersteller der Welt.

Zudem versteht es das Unternehmen sehr gut mit dem hoch-zyklischen Verlauf in der Halbleiter-Branche umzugehen. Dabei helfen der breite Produkt-Mix und die optimale Auslastung der Produktions-Anlagen.

Trotz der starken Marktposition bleibt ASML nicht stehen – im Gegenteil: Aktuell investiert das Unternehmen wie kein anderes in die Extrem-Ultraviolett-Technik (EUV).

Die neue Technik erlaubt den Kunden von ASML die günstigere Produktion von leistungsfähigeren und kleineren Chips.

Angesichts des immensen Preisdrucks, der in der Halbleiter-Branche herrscht, wird die Technik entsprechend nachgefragt – die Massenproduktion startet in Kürze.

Aktienrückkauf unterstützt

Schließlich gibt das laufende Aktienrückkauf-Programm der Aktie einen Extra-Schub.

Seit Mitte Juli hat ASML bereits für über 103 Mio. € eigene Aktien zwecks Kapital-Herabsetzung zurückgekauft – und das kontinuierlich:

Jede Woche investiert das Unternehmen zwischen 6 und 13 Mio. € in diese aktionärsfreundliche Kapitalmaßnahme.

Bis in das kommende Jahr hinein wollen die Niederländer für insgesamt 750 Mio. € eigene Wertpapiere erwerben, um sie anschließend zu vernichten.

Das bedeutet: Der Gewinn pro Aktie wird automatisch zulegen, ebenso wird die Dividendensumme auf weniger Aktien verteilt. Jeder ASML-Aktionär erhält also automatisch mehr vom Kuchen.

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die deutsche Wirtschaft AG
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