In der Krise auf Aktienrückkäufer setzen

Die starken Kursrücksetzer der vergangenen Tage haben sicherlich Nerven gekostet.

Doch sicher ist auch: Mittlerweile eröffnet sich wieder eine Reihe neuer, äußerst attraktiver Anlage-Möglichkeiten.

Es gibt einige Konzerne im Markt, die in der abgelaufenen Berichtssaison sehr gute Zahlen präsentiert haben, niedrig bewertet sind und aufgrund ihrer attraktiven Ausschüttungs-Politik eine sichere Anlage in härteren Börsenphasen darstellen.

Das trifft insbesondere auf Unternehmen zu, die ihre eigenen Aktien zurückkaufen. Damit stärken sie nicht nur ihren eigenen Aktienkurs; in aller Regel vernichten sie die zurückgekauften Aktien auch.

Dank dieser Kapitalherabsetzung verringert sich die Gesamtzahl der Aktien. Das bedeutet: Jeder Anleger erhält automatisch mehr vom Unternehmens-Gewinn und von der Dividendensumme.

Paradebeispiel Apple

Paradebeispiel hierfür ist der iPhone-Hersteller Apple: Die Kalifornier betreiben das größte Aktienrückkauf-Programm der Börsengeschichte. In den vergangenen 3 Jahren hat Apple für über 90 Mrd. Dollar eigene Aktien zurückgekauft und vernichtet.

Was bedeutet das konkret für den Anleger? Die Gesamtzahl der Apple-Aktien schrumpft und dadurch entfällt auf jede Aktie automatisch mehr vom Gewinn – und auch mehr von der Dividenden-Summe.

So konnte Apple beispielsweise im vergangenen Quartal seinen Unternehmens-Gewinn um fast 39% steigern. Doch der Gewinn pro Aktie stieg um 44,53%!

Vor wenigen Tagen erhielten die Apple-Aktionäre ihre Quartals-Dividende in Höhe von 0,52 Dollar je Aktie – sie liegt um 10,6% höher als im Vorjahr.

Und an dieser positiven Entwicklung wird sich nichts ändern. Denn in den kommenden 1,5 Jahren will Apple noch mindestens weitere 50 Mrd. Dollar in Aktienrückkäufe stecken.

Gigantischer Geldberg

Aber kann sich Apple diesen starken Aktienrückkauf überhaupt leisten? Die Antwort ist eindeutig: Ja! In der Tat sitzt Apple auf einem gigantischen Geldberg in Höhe von 202 Mrd. Dollar.

Mit diesem voluminösen Polster im Rücken können die Kalifornier nicht nur ihr Aktienrückkauf-Programm betreiben, sondern auch in Ruhe neue, ertragreiche Geschäftsfelder entwickeln.

Und dennoch gehörte die Aktie des iPhone-Herstellers in den vergangenen Wochen zu den größten Verlierern. Derzeit notiert sie rund 22% niedriger als noch vor 1 Monat.

Doch dieser Kursrücksetzer bietet Ihnen aktuell die Chance, günstig in die Apple-Aktie zu investieren.

Denn weiterhin sind die Rahmendaten bei Apple überzeugend: Mit der im April eingeführten Apple Watch hat das Unternehmen innerhalb der ersten 10 Wochen einen Umsatz von rund 1 Mrd. Dollar erzielt.

Für ein solches Ergebnis brauchte Apple sowohl bei iPod und iPad als auch beim iPhone deutlich länger.

Innovations-Elan ist ungebrochen

Zunächst wird aber das iPhone weiterhin der Gewinntreiber des Unternehmens bleiben: Im vergangenen Quartal betrug der Umsatz-Anteil des Smartphones an der Gesamt-Entwicklung des Konzerns 63%.

Doch sicherlich werden sich auch die erst jüngst eingeführten Produkte und Dienstleistungen wie Apple Watch und Apple Music ihre Umsatz-Anteile innerhalb des Unternehmens noch erarbeiten.

Schließlich belegen die Meldungen rund um ein mögliches iCar den ungebrochenen Innovations-Elan: Seit Monaten gibt es Anzeichen dafür, dass Apple künftig auch stärker im Automobil-Markt mitmischen will – Stichwort: selbstfahrendes Auto.

Ob das am Ende in eine enge Kooperation mit traditionellen Auto-Herstellern wie BMW oder Daimler mündet oder gar in der Produktion eines eigenen Autos, ist noch vollkommen offen.

Sicher ist nur, dass bei Apple unter dem Projekt „Titan“ bis zu 1.000 Mitarbeiter an der entsprechenden Technologie basteln.

Am Ende noch ein Satz zum Aktienrückkauf-Programm: Apple nutzt Kursrücksetzer aktiv, um eigene Aktien zurückzukaufen. Oder würden Sie als Finanzchef von Apple anders handeln? Sicherlich nicht!

Apple kauft also zu geringeren Kosten noch mehr eigene Aktien als geplant zurück und vernichtet sie. Für den Apple-Aktionär bedeutet das: Sein Anteil am Unternehmens-Gewinn und an der Dividenden-Summe wird noch größer ausfallen als gedacht.

25. August 2015

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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