In der Luftfahrt-Branche kehrt der Optimismus zurück

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Trotz steigender Kerosin-Preise sind insbesondere die Billig-Flieger derzeit wieder optimistisch für den Geschäftsverlauf in diesem Jahr. (Foto: Dawid Lech / Shutterstock.com)

Die Fluggesellschaften blicken wieder zuversichtlicher in die Zukunft.

Für 2017 rechnet der Branchen-Verband IATA mit einem weltweiten Gewinn von 31,4 Mrd. $ (Vorjahr: 34,8 Mrd. $).

IATA vertritt 275 Fluggesellschaften und repräsentiert damit 83% des weltweiten Luftverkehrs.

Ende letzten Jahres war der Verband noch von einem Gewinn-Niveau von 29,8 Mrd. $ ausgegangen. Der Rekordwert von 34,8 Mrd. € aus 2016 wird aber nicht übertroffen werden.

Verhältnismäßig niedrige Kerosin-Preise hatten bei den Fluglinien im vergangenen Jahr für Rückenwind gesorgt.

In der Zwischenzeit haben die Preise wieder angezogen und drücken bei einigen Airlines, wie American Airlines, auf den operativen Gewinn.

Andere Fluggesellschaften, wie Ryanair, haben sich durch geschickte Hedge-Geschäfte die günstigen Kerosinp-Preise für die nahe bis mittlere Zukunft gesichert.

Southwest weiter im Aufwind

Southwest Airlines bleibt in den USA unser Favorit.

Der Konzern überzeugt durch eine beeindruckende Service-Qualität und starke Unternehmens-Kultur mit einer hohen Mitarbeiter-Loyalität.

Durch hohe Gewinn-Beteiligungen und Aktienpakete sollen sich die Mitarbeiter wie Konzern-Eigentümer fühlen.

Hinzu kommt ein hohes Maß an Sicherheit; in der Firmengeschichte wurde noch kein Mitarbeiter entlassen.

Lohn-Erhöhungen und die gestiegenen Kerosin-Preise werden die Gewinn-Entwicklung in diesem Jahr allerdings dämpfen.

Beim Umsatz und Passagier-Aufkommen erwarten wir neue Rekordwerte.

Alaska Air Group im Sinkflug

Die Alaska Air Group haben wir in der Aktien-Analyse auf 4 Sterne heruntergestuft.

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Nach der Übernahme von Virgin America konnte die Gewinn- nicht mit der Umsatz-Entwicklung Schritt halten. CEO Brad Tilden räumte „operative Herausforderungen“ ein.

Air Berlin meldet Insolvenz an

Es hat sich schon lange abgezeichnet und ist jetzt zur Realität geworden:

Air Berlin musste Insolvenz anmelden, nachdem der Aktionär Etihad aufgrund der rapiden Verschlechterung der Geschäftslage nicht länger bereit war, die zweitgrößte deutsche Fluglinie über Wasser zu halten.

Unsere Timing-Einschätzung von 1 Stern, die seit September 2013 Bestand hatte, hat sich als richtig erwiesen.

Die Insolvenz hat den hart umkämpften europäischen Flugmarkt in Bewegung gebracht:

Bieterkampf um Air-Berlin-Anteile ist eröffnet

Lufthansa, easyJet und Ryanair haben Übernahme-Interesse an der gesamten oder an Teilen der Air-Berlin-Flotte bekundet. Der Kampf um Marktanteile ist also in vollem Gange.

Lufthansa hat ein gutes 1. Halbjahr hinter sich. Die Billigmarke Eurowings würde mit Teilen Air Berlins weiter ausgebaut werden.

Ryanair hat gegen die Übernahme Air Berlins durch Lufthansa eine Kartell-Beschwerde eingelegt, gleichzeitig aber auch Interesse an einer Komplett-Übernahme Air Berlins bekundet.

Die Kostenführerschaft baut Ryanair mit sinkenden Stückkosten kontinuierlich aus und ist auf einem guten Weg zu einem weiteren Rekordjahr.

Weiteres Wachstums-Potenzial sieht Ryanair bei den Zubringer-Flügen für Langstrecken-Flüge ab Europa. Bis jetzt hatte man sich nur auf Punkt-zu-Punkt-Verbindungen konzentriert.

International Airlines ist unser Favorit

Mein Favorit, die International Airlines Group, will kein Gebot für Air Berlin abgeben.

Sie erhofft sich von der Pleite aber Wachstums-Impulse für seinen Billig-Flieger Vueling, der immer noch mit Verlusten kämpft.

Diese werden allerdings kleiner, und auch ansonsten macht der Konzern Fortschritte bei der Ertragskraft.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.