E.ON: In diesem Unternehmen steckt pure Energie

Wie halten Sie es eigentlich mit Ihrem Stromanbieter? Setzen Sie auf regenerative Energien, lokale Versorger oder einen der großen Konzerne?

Da Strom keine Qualitäts-Unterschiede hat, kann man als Verbraucher nach Preis und Sympathie entscheiden. Dies hat vielen Stromkonzernen in den letzten Jahren zugesetzt.

Atom-Ausstieg belastet Strommarkt

Auch der Atom-Ausstieg wiegt schwer – Grund genug, bei einem der Dickschiffe am deutschen Strommarkt einmal genauer hinzuschauen.

E.ON SE ist einer der größten Energieversorger der Welt. 2016 hat sich der Konzern aufgespalten:

Das Kerngeschäft der konventionellen Energie-Erzeugung wird seitdem von der abgespaltenen Firma Uniper durchgeführt.

E.ON konzentriert sich derweil auf die Bereiche Energienetze, erneuerbare Energien und Kunden-Lösungen.

Nach dem Atom-Ausstieg hat der Konzern mit einer erodierenden Ertragskraft zu kämpfen.

2016 war für E.ON ein Horror-Jahr

E.ON hat 2016 einen Rekord-Verlust in Höhe von 16 Mrd. € erlitten. Zusätzliche Abschreibungen und Belastungen aus dem Atom-Ausstieg haben ein tiefes Loch in die Bilanz gerissen.

Positiv daran ist: 13,8 Mrd. € entfallen auf Aktivitäten aus nicht fortgeführten Geschäften und werden 2017 nicht erneut anfallen.

Negativ: Die fortgeführten Aktivitäten erwirtschafteten einen Verlust von 2,2 Mrd. €.

Wie RWE muss E.ON zur Entsorgung des Atommülls, neben den getätigten Rückstellungen in Höhe von 8 Mrd €, einen Risiko-Zuschlag von weiteren 2 Mrd. € in den Kernenergie-Fonds einzahlen.

Um den zusätzlichen Finanz-Bedarf zu stemmen, hat E.ON eine 10%-ige Kapital-Erhöhung durch die Ausgabe von 200 Mio. Aktien durchgeführt.

Das hat 1,35 Mrd. € brutto in die Kasse gespült und das Eigenkapital gestärkt.

Ein dringend notwendiger Schritt: Nach 19 Mrd. € im Vorjahr ist das Eigenkapital auf 1,28 Mrd. € geschrumpft.

Gemäß der Neuregelung der Atommüll-Entsorgung bleibt E.ON für den Rückbau der Kernkraftwerke verantwortlich.

E.ON hat andere Prioritäten

Das schwer kalkulierbare Risiko der Lagerung und Entsorgung geht auf den Bund über und verschafft dem Konzern mehr Planungs-Sicherheit.

CEO Teyssen sagte dazu: „Die Bilanz des Übergangs-Jahres 2016 ist eine Zäsur, die den Weg von E.ON in die neue Energiewelt frei macht.

Damit können wir uns nun voll und ganz auf unsere Kunden in den drei Kerngeschäften Energienetze, Kunden-Lösungen und erneuerbare Energien konzentrieren.“

Die Dividende wurde mit 0,21 € je Aktie stark zusammengestrichen, soll 2017 aber auf 0,30 € steigen.

Der Schuldenabbau genießt höchste Priorität. Da bleibt der Kurs schnell auf der Strecke. Also: Finger weg von dieser Aktie!

11. Mai 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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