In dieser Aktie steckt der Mittelstand

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Beteiligungsgesellschaften sind so gut wie ihre Beteiligungen. Bei Indus ist die Qualität groß. Dennoch gibt es Risiken. Ob sich die Aktie mit 3,7% Dividendenrendite lohnt? Lesen Sie mehr! (Foto: Gitanna)

Der deutsche Mittelstand gilt als Rückgrat der Wirtschaft. Doch es gibt auch Probleme. Die Digitalisierung macht Investitionen notwendig. Oft ist die Nachfolge in Unternehmen mit hunderten Beschäftigen ungeklärt. Externe Manager? Bei deutschen Mittelständlern sind sie verpönt. Doch es gibt auch clevere Lösungen. So wie die Beteiligungsgesellschaft INDUS.

Als Partner des Mittelstandes kauft das Unternehmen kleinere Gesellschaften auf und entwickelt sie weiter. Auf diese Weise können sich Anleger über die Aktie von INDUS auch ein Stück Mittelstand ins Depot legen. Ob sich das lohnt? Lesen Sie unsere Analyse!

Der Wettbewerb verschärft sich

INDUS Holding hat sich auf die mehrheitliche Übernahme von mittelständischen Nischenanbietern spezialisiert. Die Aktivitäten der 40 Tochtergesellschaften reichen von der Kunststoffverarbeitung und der Energietechnik über die Klima- und Wärmetechnik bis zu Servicegeräten für die Mineralölindustrie. Der Konzern unterstützt die Töchter in zentralen Fragen wie Finanzierung, Controlling, Recht und Steuern.

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INDUS hat für 2018 solide Zahlen vorgelegt. Das Mittelstandskonglomerat hat mehr umgesetzt, dafür aber weniger verdient. Der Umsatz stieg um 4,3% auf rund 1,7 Mrd €. Unterm Strich ging der Gewinn allerdings um 13,4% auf 71 Mio € zurück. Gründe für den geringeren Gewinn gibt es viele. Die operativen Margen haben sich durch die gestiegenen Kosten für Materialaufwand, Lohn und Energie verschlechtert. Zusätzlich haben die höheren Rohstoffpreise und der gestiegene Einsatz von Leiharbeitskräften die Kostenstruktur belastet.

Außerdem wurden neue Tarifverträge ausgehandelt, die in Summe für INDUS teurer sind. Im 1. Quartal sah es aber schon wieder etwas besser aus. Der Umsatz stieg um 7,2% auf 437,7 Mio €. Der Gewinn blieb auf dem hohen Vorjahresniveau und ging nicht weiter zurück. Doch es ist erkennbar, dass sich der Wettbewerb für die INDUS-Beteiligungen zunehmend verschärft: Eine nachlassende Konjunkturdynamik und bisher ungelöste politische Risiken wie der chinesisch-amerikanische Handelskonflikt und die Brexit- Frage verschlechtern die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Die Unsicherheit bleibt groß

Zugleich wirkt sich die Marktschwäche im Bereich Automotive direkt auf die Serienzulieferer im Segment Fahrzeugtechnik aus. Mehrheitlich bewegen sich die Unternehmen der INDUS-Gruppe dennoch in einem weitgehend intakten wirtschaftlichen Umfeld. Aufgrund der Kurskorrektur und der voraussichtlich gleichbleibenden Gewinne in 2019 ist INDUS vergleichsweise günstig bewertet. Die zahlreichen Risiken schrecken uns aber ab. Auch trotz des starken Portfolios ist die Unsicherheit groß. Lassen Sie sich von der Dividende in Höhe von 3,7% nicht blenden!


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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