Schwankende Kurse? Hier ist der steigende Gewinn vorgezeichnet

In dieser erneut verkürzten Börsenwoche – außer in den USA und China blieben gestern alle wichtigen Handelsplätze geschlossen – rechne ich mit weiterhin schwankenden Kursen. Nachrichten, die in den Märkten für eine starke Ab- oder Aufwärtsbewegung sorgen könnten, erwarte ich derzeit nicht.

Die Sorgen über einen weltweiten Konjunktureinbruch erwiesen sich mittlerweile als übertrieben. Die jüngsten Meldungen zur Wirtschaftslage zeichneten allesamt ein robustes Bild.

Und auch die Nachrichten von der Unternehmensseite gefallen. Das gilt auch für den deutschen Technologiesektor. Von hier kamen eine Reihe an Meldungen über ein starkes Umsatzwachstum, Rekordgewinne und höhere Dividenden.

Starkes Kundenwachstum

Auch United Internet (UI) blickt auf eine sehr gute Jahresbilanz zurück. Europas führender Internet-Service-Provider mit Marken wie 1&1, GMX und Web.de konnte 2015 Kundenzahl, Umsatz und Gewinn deutlich steigern.

Während der Umsatz um gut ein Fünftel auf 3,72 Mrd. Euro stieg, legte der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sogar um 40 Prozent auf 771,5 Mio. Euro zu. UI hatte Ende 2014 den Telekomanbieter Versatel übernommen – von diesem stammt rund die Hälfte des Anstiegs.

Für die Zukunft stimmt mich vor allem das starke Kundenwachstum positiv. UI hatte nach Abzug von Kündigungen 880.000 neue Verträge angestrebt, 930.000 sind es nun geworden – und das aus eigener Kraft. Die UI-Vertriebskraft ist also weiterhin enorm. Dank der Übernahme eines polnischen Webhosters kamen zum Jahreswechsel zudem weitere 340.000 Kunden hinzu, die die Neukundenzahl auf 1,2 Millionen heraufschrauben.

Positiver Ausblick

Für 2016 rechnet UI-Chef Ralph Dommermuth mit einem leicht schwächeren Wachstum. Das EBITDA soll um 10 Prozent auf 850 Mio. Euro steigen. Zwar kommentierten einige Analysten direkt, dass sie mit mehr gerechnet hätten. Dabei vergessen sie aber, dass Dommermuth stets verhaltene Ausblicke gibt und lieber im Laufe des Jahres die Ziele höher steckt. Daher gefällt mir die Prognose auch vollends.

Zumal Dommermuth laufend nach weiteren Wachstumsmöglichkeiten Ausschau hält. So stieg UI im Februar beim drittgrößten deutschen Kabelnetzbetreiber Tele Columbus ein – mit gut 25 Prozent der Anteile ist UI nun größter Aktionär. Vergangene Woche verkündete Tele Columbus starke Zahlen: Der Umsatz kletterte um fast ein Drittel auf knapp 279 Mio. Euro. Das EBITDA konnte das im SDAX notierte Unternehmen um gut 42 Prozent auf 141 Mio. Euro steigern.

Sie sehen: UI gibt sich mit seiner Position als führender Internet-Service-Provider in Europa nicht zufrieden. Laufend sucht das Unternehmen nach weiteren Chancen. Dazu zählt auch die Investition in die Internet-Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet, die eine Vielzahl an weiteren hoffnungsvollen Internet-Unternehmen entwickelt. Von daher ist auch in den kommenden Jahren ein Ende des gesunden Wachstumskurses von UI nicht in Sicht.

29. März 2016

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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