In Todesangst vor den Bilderbergern

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Auch in der hiesigen Politik gibt es kritische Stimmen zu den Bilderbergern. Wir zeigen Ihnen auf, welche das sind. (Foto: Cinberg)

Beim letzten Bilderberg-Treffen im Juni 2017 in Chantilly im US-Bundesstaat Virginia waren viele Deutsche dabei.

So etwa der Chef der deutschen Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Frank Bsirske oder der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Spahn.

Ferner haben wir Ihnen bereits aufgeführt:

Wolfgang Ischinger, Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Paul M. Achleitner (Chairman of the Supervisory Board, Deutsche Bank AG), Oliver Bäte (CEO, Allianz SE), Werner Baumann (Chairman, Bayer AG), Mathias Döpfner (CEO, Axel Springer SE), Thomas Enders (CEO, Airbus SE), Carsten Kengeter (CEO, Deutsche Börse AG) und Susanne Klatten (Managing Director, SKion GmbH).

Insgesamt waren 131 hochrangige Personen aus Nordamerika, den westeuropäischen Staaten, Skandinavien und der Türkei anwesend, die über den russischen Informationskrieg oder „Russland in der internationalen Ordnung“ debattierten.

Wer finanziert die Bilderberg-Treffen?

Stellt sich noch die Frage, wer für die Bilderberg-Konferenzen eigentlich aufkommen muss?

Die Kosten für das Sekretariat jedenfalls werden, so heißt es offiziell, durch private Beiträge bestritten.

Die Ausgaben für das Treffen selbst von denjenigen Mitgliedern, in deren Land jeweils die Konferenz stattfindet. Doch bedenken Sie, dass dies keinesfalls eine staatliche Finanzierung durch Steuergelder ausschließt.

Kritische Stimmen an Bilderberg aus deutscher Politik

Auch in der bundesdeutschen Politik gibt es Bilderberg-Kritiker. Beispielsweise Christian Ahrendt von der FDP, der einmal sagte:

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„Als FDP-Politiker kann ich mich natürlich nicht für solche fragwürdigen Zusammenkünfte aussprechen. Ein demokratisches System ist vor allem durch seine Nähe zum Bürger und durch Transparenz gekennzeichnet. Die Bilderberg-Konferenzen widersprechen beiden Wesensprinzipien eines freiheitlich demokratischen Systems, das gerade nur, weil es diese Werte gibt existieren kann.“

SPD-Mitglied Martin Gerster kritisierte die Bilderberger-Konferenzen:

„Aus demokratietheoretischer Sicht finde ich diesen Mangel an Transparenz sehr bedauerlich…“

Und Dietmar Bartsch von den LINKEN erklärte:

„Wenn sich die Reichen und Mächtigen nur privat, hinter verschlossenen Türen, getrauen frei und offen über Themen von allgemeinem Interesse zu sprechen, dann muss schon die Frage gestellt werden, was die gleichen Personen dann der demokratischen Öffentlichkeit auftischen, wenn sie also nicht unter sich sind. So schaffen die Teilnehmer aus Politik und Medien Anlass, ihren öffentlichen Reden zu misstrauen, weil sie ja angeblich nur in privater Runde unter sich frei und offen sprechen können.“

Ein Bilderberger bald einer der mächtigsten Männer Deutschlands?

Sie wissen es inzwischen: Kommt es tatsächlich zu einer Neuauflage der großen Koalition, zu einer GroKo zwischen CDU/CSU und der SPD, dann soll der Hamburger Erster Bürgermeister Olaf Scholz Verantwortung übernehmen.

Nämlich als Bundesfinanzminister und Vizekanzler.

Weitgehend medial ausgeblendet wird dabei sein Versagen beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017. Dort wurden bei bürgerkriegsähnlichen Ausschreitungen ganze Stadtteile in Schutt und Asche gelegt und mehr als 500 Polizeibeamte verletzt.

Aber auch noch ein anderer Aspekt findet in der Presse keine Erwähnung: Scholz Teilnahme an der Bilderberg-Konferenz 2010 im spanischen Sitges.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.