Incyte: Biotech-Titel trotz Rückschlag interessant

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Biotech-Anleger müssen immer mit Forschungsrückschlägen rechnen. Einen solchen mussten kürzlich auch die Anleger von Incyte erleben. (Foto: katjen / Shutterstock.com)

Gerade als es so aussah, als könnte die US-Biotech-Aktie Incyte zum Höhenflug ansetzen, wurde der Wert durch einen Forschungsrückschlag gestoppt. Natürlich reagierten die Anleger erst einmal enttäuscht. Doch für langfristig orientierte Investoren könnte sich eine Einstiegsgelegenheit bieten.

Kurzportrait

Das US-Biotech-Unternehmen Incyte Corporation hat sich auf Medikamente zur Bekämpfung von Krebs- und Entzündungskrankheiten spezialisiert. 2 Medikamente wurden bereits zugelassen. Rund 80% des Jahresumsatzes von gut 2 Mrd. US-Dollar entfallen auf Jakafi. Weitere Einnahmen erzielt Incyte durch Lizenzgebühren sowie Forschungs- und Kooperationsverträge mit namhaften Partnern wie Novartis und Eli Lilly.

Blockbuster Jakafi

Mit Jakafi zur Behandlung von Krebsarten, die zur Verödung des blutbildenden Knochenmarks führen, hat Incyte bereits ein erstes Blockbuster-Medikament auf den Markt gebracht. Jakafi (Wirkstoff Ruxolitinib) hemmt spezielle Enzym-Signalwege, die für die Blutbildung und Immunfunktion wichtig sind. Damit lassen sich bestimmte Krebskrankheiten im Knochenmark wie Myelofibrose und Polycythaemia vera behandeln.

Incyte verkauft Jakafi übrigens ausschließlich auf dem US-Markt. Außerhalb der USA wird das Medikament unter der Marke Jakavi von Kooperationspartner Novartis vertrieben. Dafür erhält Incyte Lizenzgebühren von Novartis.

Gut gefüllte Forschungspipeline, Deal mit MorphoSys

Das Unternehmen besitzt eine gut gefüllte Forschungspipeline – vor allem mit innovativen Krebsmedikamenten. Hier haben sich die hohen Forschungsausgaben (2018 lag der Anteil vom Forschungsaufwand am Umsatz bei bemerkenswerten 63%) ausgezahlt: Gleich mehrere Wirkstoffe befinden sich aktuell in der 3. und letzten Phase der klinischen Studien vor einer möglichen Beantragung der Zulassung.

Zudem wurde Incyte gerade vom deutschen Biotech-Unternehmen MorphoSys als Kooperationspartner bei der Vermarktung von dessen kurz vor der Zulassung stehenden Lymphdrüsenkrebs-Medikaments Tafasitamab ausgewählt. Für 750 Mio. US-Dollar erhält Incyte die exklusiven Vermarktungsrechte außerhalb des US-Marktes und vermarktet das Medikament in den USA zusammen mit MorphoSys.

Forschungsrückschlag drückt den Aktienkurs

Allerdings musste Incyte zu Jahresbeginn einen unerwarteten Forschungsrückschlag verkraften: Der Wirkstoff Itacitinib zeigte in einer finalen Phase 3-Studie keine signifikante Wirkung bei der Behandlung der Graft-versus-Host-Erkrankung (die negativen Auswirkungen der Gegenreaktionen des Immunsystems in Folge von Transplantationen).

In der Studie wurde Itacitinib in Kombination mit einem entzündungshemmenden Mittel ge-gen eine Vergleichsgruppe mit einem Placebo und dem entzündungshemmenden Mittel ge-testet. Die Ergebnisse der Itacitinib-Kombination fielen zwar leicht besser aus, die Differenz wird jedoch als statistisch nicht signifikant genug betrachtet. Somit verfehlte Itacitinib das Studienziel.

Aktie auf dem niedrigeren Niveau interessant

Natürlich hatte dieser Rückschlag auch entsprechende Auswirkungen auf den Aktienkurs, der um rund 12% einbrach. Auf lange Sicht könnte sich dies jedoch als günstige Einstiegsgelegenheit erweisen. Denn dank Jakafi dürfte Incyte auch in den nächsten Jahren zweistellig wachsen, in der Forschungspipeline sind noch genügend andere aussichtsreiche Kandidaten und mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 25 ist die Incyte-Aktie alles andere als teuer.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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