Incyte: Der Krebs-Spezialist kann auch Corona

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Die Aktie von Incyte geriet zu Jahresbeginn unter Druck. Eine Fülle guter Nachrichten sorgte für eine verdiente Kurserholung. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Biotech-Unternehmen kommen überwiegend sehr gut durch die Krise – vor allem, wenn sie ein Medikament gegen das Coronavirus in der Pipeline haben. Für eine Investmententscheidung sollte dies jedoch nicht der einzige Grund sein, auch „der Rest“ muss stimmen. Bei Incyte trifft dies zu.

Kurzportrait

Das US-Biotech-Unternehmen Incyte Corporation hat sich auf Medikamente zur Bekämpfung von Krebs- und Entzündungskrankheiten spezialisiert. 2 Medikamente wurden bereits zugelassen.

Rund 80% des Jahresumsatzes von gut 2 Mrd. US-Dollar entfallen auf Jakafi. Das Medikament wird zur Behandlung von Krebsarten eingesetzt, die zur Verödung des blutbildenden Knochenmarks führen. Jakafi (Wirkstoff Ruxolitinib) hemmt spezielle Enzym-Signalwege, die für die Blutbildung und Immunfunktion wichtig sind. Damit lassen sich bestimmte Krebskrankheiten im Knochenmark wie Myelofibrose und Polycythaemia vera behandeln.

Weitere Einnahmen erzielt Incyte durch Lizenzgebühren sowie Forschungs- und Kooperationsverträge mit namhaften Partnern wie Novartis und Eli Lilly.

Jakafi wird gegen das Coronavirus getestet

Einer der Gründe für die Kurserholung der Incyte-Aktie – nach dem schwachen Jahresauftakt in Folge eines Forschungsrückschlags – war die Bekanntgabe, dass Incyte und sein Kooperationspartner Novartis klinische Studien mit Jakafi für die Behandlung der durch das Coronavirus verursachten Lungenkrankheit COVID-19 zu starten.

Jakafi soll dabei helfen, das Auftreten eines sogenannten Zytokinsturms (eine lebensgefährliche Überreaktion des Immunsystems) bei COVID-19-Patienten zu verhindern. Laut Angaben der Unternehmen deuten präklinische und vorläufige klinische Beweise darauf hin, dass Jakafi die Zahl der Patienten, die mechanische Beatmung benötigen, reduzieren könnte. Somit könnte das Mittel COVID-19-Patienten die Verlegung auf die Intensivstation ersparen.

Gut gefüllte Forschungspipeline

Das Unternehmen besitzt eine gut gefüllte Forschungspipeline – vor allem mit innovativen Krebsmedikamenten. Hier haben sich die hohen Forschungsausgaben ausgezahlt: Gleich mehrere Wirkstoffe befinden sich aktuell in der 3. und letzten Phase der klinischen Studien vor einer möglichen Beantragung der Zulassung.

Aussichtsreiche Kooperation mit MorphoSys

Das deutsche Biotech-Unternehmen MorphoSys hat Incyte zu Jahresbeginn als Kooperationspartner bei der Vermarktung von dessen kurz vor der Zulassung stehenden Lymphdrüsenkrebs-Medikaments Tafasitamab ausgewählt. Für 750 Mio. US-Dollar erhält Incyte die exklusiven Vermarktungsrechte außerhalb des US-Marktes und vermarktet das Medikament in den USA zusammen mit MorphoSys. Eine Zulassung von Tafasitamab wird noch in diesem Jahr erwartet, was der Incyte-Aktie Rückenwind geben dürfte.

Zweistelliges Umsatzwachstum für 2020 erwartet

Die Coronakrise macht dem Biotech-Unternehmen nicht viel aus. Für das laufende Jahr erwarten Analysten ein Umsatzwachstum von 14% auf rund 2,5 Mrd. US-Dollar. Nach Gewinnen in den Vorjahren dürfte für 2020 ausnahmsweise ein Verlust anfallen – aufgrund der Zahlung an MorphoSys für die Rechte an Tafasitamab. Und ich bin optimistisch, dass sich diese Investition für Incyte auszahlen wird.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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