Inditex und Hennes & Mauritz betreiben gutes Krisenmanagement

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Die Modebranche wurde hart von der Corona-Pandemie getroffen. Inditex und H&M bewältigen die Krise am besten. (Foto: Casimiro PT / shutterstock.com)

Auch der Branchenprimus wurde hart von der Corona-Pandemie getroffen. Im 1. Quartal sank der Umsatz um 44% auf 3,3 Mrd. €. Unterm Strich stand ein Verlust von 409 Mio. €. Am Quartalsende waren nur noch 965 der 7.412 Geschäfte geöffnet. Da Inditex den größten Teil seines Sortiments in Europa produziert, konnte der Konzern schnell auf die Pandemie reagieren. Die Lagerbestände sind im Vergleich zum Vorjahr um 10% gesunken.

Inditex profitiert von seiner Vorreiterrolle bei der Digitalisierung

Im 1. Quartal stiegen die Online-Verkäufe um 50%, im April lag das Wachstum sogar bei 95%. Anfang Juni waren bereits 78% der Geschäfte wieder geöffnet. Der Umsatz in den wiedereröffneten Läden liegt lediglich 16% niedriger als im Vorjahr. Die Dividendenzahlung wurde auf 0,35 € gesenkt.

In Zukunft will sich Inditex noch intensiver auf die Verzahnung des Onlinegeschäfts mit den Läden fokussieren. In den kommenden 3 Jahren plant der Konzern Ausgaben von über 1 Mrd. € für digitale Vertriebsstrukturen. Diese betreffen allerdings nicht nur das Onlinegeschäft, sondern kommen auch der Digitalisierung der Ladengeschäfte zugute. Inditex plant, jedes Jahr 150 neue Geschäfte zu eröffnen.

Auch das Trendthema Nachhaltigkeit wird von Inditex bedient

Bis Ende 2020 soll das eigenentwickelte Produktrückverfolgungssystem, das dem Kunden eine höhere Transparenz in Sachen Lieferketten und soziale sowie ökologische Verantwortung bieten soll, bei allen Marken von Inditex integriert werden.

Unternehmensporträt

Der spanische Modekonzern Inditex (Industria de Diseño Textil SA) gehört zu den weltweit führenden Unternehmen in der Bekleidungsbranche. Inditex verfügt über 8 Marken: die Kernmarke ZARA, Bershka und die kleineren Marken Pull & Bear, Massimo Dutti, Stradivarius, Oysho, Zara Home und Uterqüe. Das Unternehmen ist mit 7.412 Stores in 96 Ländern der Welt tätig.

Hennes & Mauritz hat sehr schnell auf die Corona-Pandemie reagiert

Im 1. Halbjahr ist der Umsatz um 23% auf 83 Mrd. SKR gesunken. H&M verbuchte einen Verlust von 3 Mrd. SKR. Helena Helmersson, die erst kurz vor Ausbruch der Pandemie die Führung übernommen hat, konnte sich als gute Krisenmanagerin beweisen. H&M hat sehr schnell auf die Pandemie reagiert und konnte die Einkaufs- und Produktionsvolumen rechtzeitig senken. Zum Höhepunkt der Corona-Krise waren 80% der Läden geschlossen. Dank der schnellen Reaktion konnte eine Aufblähung des Lagerbestandes verhindert werden. Aktuell sind noch 7% der Geschäfte geschlossen.

In den vergangenen Jahren investierte H&M massiv in den Ausbau seines Online-Shops

Dieses Engagement kam der Modekette während der Pandemie zugute. Im 1. Halbjahr ist der Online-Umsatz um 40% gewachsen. Inzwischen erzielt das Unternehmen 28% seines Umsatzes über digitale Vertriebswege. Die Pandemie hat die Expansion gebremst, kann sie aber nicht aufhalten. Statt der geplanten 165 Neueröffnungen werden in diesem Jahr nur 130 Läden eröffnet. Insgesamt wird H&M am Ende des Jahres 40 Läden weniger haben.

Statt den Ladengeschäften ist die Digitalisierung noch weiter in den Fokus gerückt. Dazu gehört die schnelle Realisierung des australischen Onlineshops sowie der Start auf der südkoreanischen E-Commerce-Plattform SSG.COM. Die Eröffnung von Ladengeschäften in Panama wurde in das nächste Jahr verschoben. H&M versteht es, den Onlinehandel und die Ladengeschäfte zu kombinieren.

Unternehmensporträt

Die schwedische Gruppe Hennes & Mauritz (H&M) ist weltweit die zweitgrößte Bekleidungskette. Das Angebot erstreckt sich über Damen-, Herren- und Kinderbekleidung bis hin zu Mode-Accessoires und Kosmetik. Zur Zielgruppe gehören mode- und preisbewusste Verbraucher. H&M betreibt gegenwärtig 5.036 Filialen in 71 Ländern, davon 466 in Deutschland, seinem größten Markt.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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