Inditex und Hennes & Mauritz machen vor wie Mode funktioniert

Kleidung Mode Intidex H&M shutterstock_596355821

Inditex und Hennes & Mauritz machen den andern vor, wie Mode im 21. Jahrhundert funktioniert. Online! (Foto: Rawpixel.com / shutterstock.com)

Inditex konnte in den ersten 9 Monaten kräftig wachsen. Der Umsatz stieg um 7,5% auf 19,8 Mrd. €. Der Gewinn kletterte um 11,6% auf 2,7 Mrd. €. Der Konzern setzt seine internationale Expansion mit aller Kraft fort und startete den Zara Onlineshop in Südafrika, Kolumbien, der Ukraine und auf den Philippinen. Auch die Zahl der Geschäfte ist um 44 auf 7.486 gestiegen.

Inditex führt die digitale Transformation der Modebranche an

Bereits seit Jahren versteht Inditex den Onlinehandel und das Ladengeschäft nicht als Konkurrenz, sondern als Synergie. Diese Strategie zahlt sich aus. Während die Konkurrenz mit sinkenden Margen kämpfen muss, konnte Inditex die Rohertragsmarge auf 58,2% und die Umsatzrendite auf 13,7% steigern, obwohl der Konzern auf die Billigproduktion in Fernost verzichtet. Die Produktion in Europa hat für den Konzern zahlreiche Vorteile. Inditex kann viel schneller als die Konkurrenz auf spontane Wetter- oder Modephänomene eingehen. Andere Konzerne entdecken gerade erst die Wettbewerbsbedeutung des Themas Nachhaltigkeit.

Inditex produziert bereits seit langem nach höheren sozialen und ökologischen Standards

Das selbstgesteckte Ziel bis 2025, nur noch nachhaltig produzierte oder recycelte Rohstoffe zu verwenden, kann sich vor allem bei der jüngeren Generation als Wettbewerbsvorteil erweisen. Für das Gesamtjahr rechnet Inditex mit einem Anstieg der Verkäufe auf vergleichbarer Ladenfläche um 4 bis 6%. Die Investitionen sollen auf Vorjahresniveau liegen.

Unternehmensporträt

Der spanische Modekonzern Inditex (Industria de Diseño Textil SA) gehört zu den weltweit führenden Unternehmen in der Bekleidungsbranche. Inditex verfügt über 8 Marken: die Kernmarke ZARA, Bershka und die kleineren Marken Pull & Bear, Massimo Dutti, Stradivarius, Oysho, Zara Home und Uterqüe. Das Unternehmen ist mit 7.486 Stores in 96 Ländern der Welt tätig.

2019 konnte Hennes & Mauritz kräftig wachsen

Der Umsatz stieg um 10,6% auf 232,8 Mrd. SKR. Am schnellsten konnte H&M in Indien (+33%), Polen (+21%) und Mexiko (+18%) wachsen. Der Gewinn lag mit 13,4 Mrd. SKR 6,3% über dem Vorjahreswert. Der Konzern ist über die letzten Jahre zwar stetig gewachsen, ist aber immer unprofitabler geworden. 2019 lag die Umsatzrendite zwar noch leicht unter dem Vorjahreswert, das Gewinnwachstum zeigt aber, dass die Talsohle durchschritten ist. Der Konzern hat die Bedrohung durch die Online-Konkurrenz rechtzeitig erkannt und weiß die Chancen der Digitalisierung zu nutzen.

H&M verbindet die Vorteile aus Onlinehandel und Ladengeschäft

Die Integration dieser beiden Geschäftsbereiche wird immer weiter vorangetrieben. Gleichzeitig optimiert das Unternehmen seine bestehende Vertriebsstruktur. 2020 werden 200 neue Shops eröffnet, während 175 unprofitable Läden geschlossen werden. Unter anderem ist der Markteintritt in Panama geplant. Schneller als das Offline-Geschäft wächst die Online-Präsenz von H&M. Der Konzern baut einen neuen Onlineshop für Australien auf und kooperiert mit länderspezifischen E-Commerce-Plattformen.

H&M bereitet sich bereits auf die nächste Herausforderung des 21. Jahrhunderts vor und verstärkt sein Engagement zur nachhaltigen Produktion. In der Führungsspitze des Konzerns stand ebenfalls eine Veränderung an. Helena Helmersson hat den CEO-Posten übernommen, da Karl-Johan Persson den Posten als Aufsichtsratsvorsitzender von seinem Vater übernahm.

Unternehmensporträt

Die schwedische Gruppe Hennes & Mauritz (H&M) ist weltweit die zweitgrößte Bekleidungskette. Das Angebot erstreckt sich über Damen-, Herren- und Kinderbekleidung bis hin zu Mode-Accessoires und Kosmetik. Zur Zielgruppe gehören mode- und preisbewusste Verbraucher. H&M betreibt gegenwärtig 5.076 Filialen in 71 Ländern, davon 466 in Deutschland, seinem größten Markt.

Kleidung Mode Intidex H&M shutterstock_596355821

Der Onlinehandel in der Modebranche boomtWährend der stationären Modehandel weiterhin schweren Zeiten entgegensieht, boomt der Onlinehandel in der Modebranche. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Volker Gelfarth. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz