Inditex und H&M: Erfolgsstorys der Modebranche

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Inditex und Hennes & Mauritz schaffen es, in einem schwierigen Umfeld stärker zu wachsen als die Branche selbst. (Foto: Casimiro PT / shutterstock.com)

Inditex startete 2019 mit einem Rekordumsatz. Mit 5,9 Mrd. € setzte der Konzern im 1. Quartal 4,8% mehr um als im Vorjahr. Noch schneller wuchs der Gewinn, der um 10% auf 734 Mio. € kletterte. Im vergangenen Geschäftsjahr schwächte sich das Wachstum bei dem Branchenprimus ab. Währungsbedingt stiegen Umsatz und Gewinn nur um 3 bzw. 2%.

Die Produktion in Europa ist normalerweise einer der größten Vorteile von Inditex. Der Konzern agiert schneller und nachhaltiger als die Konkurrenz. Der starke Euro bremste allerdings das Wachstum. Mit Carlos Crespo hat Inditex einen neuen CEO. Der seit 18 Jahren bei Inditex tätige Manager verkörpert die beiden wichtigsten Bewegungen im Unternehmen: die digitale Transformation sowie die nachhaltige Produktion.

Aktuell generiert der Onlinehandel 12% des Umsatzes

Damit liegt Inditex zwar deutlich vor den meisten Konkurrenten, der Konzern muss diesen Anteil aber ausbauen, um weiter wachsen zu können. Zu diesem Zweck wird die Integration des Online- und Ladengeschäfts vorangetrieben. Inditex ist führend in der Vernetzung der Onlineshops, Smartphone-Apps und Geschäften. Anstelle einer zentralisierten Logistik dienen die Ladengeschäfte auch als Lager und Versandzentrum.

Damit sind die Lieferzeiten bei Inditex geringer als bei der Konkurrenz. Bis 2025 will der Konzern ausschließlich recycelte oder nachhaltig hergestellte Rohstoffe verwenden. Damit trifft Inditex genau den Zeitgeist. Das Unternehmen führt die Entwicklung in der Modebranche an und wächst immer weiter.

Unternehmensporträt

Der spanische Modekonzern Inditex (Industria de Diseño Textil SA) gehört zu den weltweit führenden Unternehmen in der Bekleidungsbranche. Inditex verfügt über 8 Marken: die Kernmarke ZARA, Bershka und die kleineren Marken Pull & Bear, Massimo Dutti, Stradivarius, Oysho, Zara Home und Uterqüe. Das Unternehmen ist mit 7.447 Stores in 96 Ländern der Welt tätig.

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Im 1. Halbjahr konnte Hennes & Mauritz kräftig wachsen

Der Umsatz stieg um 10,5% auf 108,5 Mrd. SKR. Der Gewinn lag mit 5,4 Mrd. SKR deutlich unter dem Vorjahreswert. Dieser Rückgang ist jedoch größtenteils durch die US-Steuerreform erklärbar. Der Konzern erhielt 2018 eine Steuerrückzahlung von 409 Mio. SKR.

2019 plant H&M die Eröffnung von 295 neuen Geschäften. Noch schneller als die Ladengeschäfte wächst der Onlinehandel. Im 1. Halbjahr startete der Onlineshop in Mexico, im 2.Halbjahr folgen Thailand, Indonesien und Ägypten. Obwohl der Umsatz bei H&M durch die weltweite Expansion immer weiter steigt, war der Gewinn über die vergangenen Jahre rückläufig. H&M hat das Problem erkannt und befindet sich in einer erfolgversprechenden Transformation.

H&M hat den Online-Trend ebenfalls erkannt

Der Konzern rückt näher an den Kunden und verbessert das Einkaufserlebnis, indem der Onlinehandel mit den Ladengeschäften verzahnt wird. Anprobierte Teile können später bestellt werden, die App navigiert die Kunden in den Geschäften zu den zuvor angesehenen Stücken. Der Konzern nutzt damit die Vorteile, die sich aus seiner starken Onlinepräsenz und dem großen Filialnetz ergeben. In zahlreichen Ländern ist bereits eine Lieferung am nächsten Tag verfügbar. In Großbritannien und den Niederlanden liefert H&M bereits am selben Tag.

Das Treueprogramm zur Kundenbindung, welches bereits über 43 Mio. Mitglieder hat, überzeugt die Kunden genauso wie das Programm zu Nachhaltigkeit und Transparenz und die Recyclingoption für Altkleider.

Unternehmensporträt

Die schwedische Gruppe Hennes & Mauritz (H&M) ist weltweit die zweitgrößte Bekleidungskette. Das Angebot erstreckt sich über Damen-, Herren- und Kinderbekleidung bis hin zu Mode-Accessoires und Kosmetik. Zur Zielgruppe gehören mode- und preisbewusste Verbraucher. H&M betreibt gegenwärtig 4.979 Filialen in 71 Ländern, davon 468 in Deutschland, seinem größten Markt.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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