Indus: Aktie sackt nach Gewinnwarnung deutlich ab

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Die mittelständische Beteiligungsgesellschaft Indus leidet aktuell unter der schwächeren Konjunktur, vor allem im Automobilbereich. (Foto: Andy Shell/AdobeStock)

Vor wenigen Tagen musste die deutsche Beteiligungsgesellschaft Indus Holding AG ihre Gewinnerwartung für das laufende Jahr deutlich zurücknehmen. Anstatt des zuvor für 2019 geplanten operativen Gewinns (EBIT) von 152 bis 158 Mio. Euro geht das Unternehmen jetzt nur noch von einem Gewinn in Höhe von 129 bis 135 Mio. Euro aus.

Bereich Fahrzeugtechnik sorgt für Probleme

Der Hauptgrund für die Rücknahme der Gewinnprognose ist die schwächelnde Automobilindustrie. Indus besitzt diverse Beteiligungen im Bereich der Fahrzeugtechnologie. In diesem Zulieferbereich der Automobilindustrie sind die Umsätze seit August massiv um rund 20% eingebrochen.

Hinzu kommt, dass sich der notwendige Restrukturierungsaufwand im Segment Fahrzeugtechnik bis zum Jahresende deutlich erhöhen wird. Darüber hinaus führt die Insolvenz eines nordirischen Indus-Kunden und der Marktaustritt eines türkischen Abnehmers im Bereich der Klimatechnik für Busse zu einmaligen Sonderbelastungen im Segment Fahrzeugtechnik.

Nach Bekanntwerden der Gewinnwarnung brach der Kurs der Indus-Papiere ein und lag in der Spitze bis zu 12% unter dem Schlusskurs des Vortags.

Indus im Portrait

Die im nordrhein-westfälischen Bergisch-Gladbach ansässige Indus Holding ist eine Beteiligungsgesellschaft, die sich auf den Kauf bzw. die Beteiligung an mittelständischen Unternehmen spezialisiert hat.

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Bei den Beteiligungen konzentriert sich Indus auf Unternehmen aus den Sektoren Bau/Infrastruktur, Fahrzeugtechnik, Maschinen- und Anlagenbau, Medizin- und Gesundheitstechnik sowie Metalltechnik. Die von Indus erworbenen Unternehmen operieren in ihren Märkten weiterhin eigenständig. Indus übernimmt lediglich das Controlling, Rechnungswesen und die Finanzierung der Firmen.

Bereits 10 Jahre vor dem Börsengang im Jahre 1995 erwarb der spätere Unternehmensgründer Dr. Winfried Kill erste Unternehmensbeteiligungen. Offiziell wurde das Unternehmen unter dem Namen Indus im Jahre 1989 gegründet und 6 Jahre später an die Börse gelistet.

Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschafteten gut 10.700 Mitarbeiter der Indus AG bzw. deren Unternehmensbeteiligungen einen Umsatz von 1,711 Mrd. Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf 218,40 Mio. Euro.

Zyklische Beteiligungsunternehmen bereiten Probleme

Probleme bereiten Indus momentan die stark konjunkturabhängigen zyklischen Unternehmen, die sich im Portfolio der Beteiligungsgesellschaft befinden. Hierzu gehören insbesondere die Unternehmen der Fahrzeugtechnik, die stark von der derzeitigen Schwäche im Automobilsektor betroffen sind.

Noch im Januar 2018 notierte die Indus-Aktie bei rund 65 Euro. Bis heute hat sich der Kurs beinahe halbiert. Kommt die Konjunktur wieder in Schwung (vor allem im Fahrzeugbereich), sind perspektivisch auch neue Höchststände möglich. Bis dahin könnte es jedoch erstens zunächst weiter runtergehen und zweitens noch längere Zeit dauern.


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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